Die Flut und ihre Folgen
Das große Reinemachen

Die Metropole Dresden? Eine Geisterstadt. Das Städtchen Pirna? Erinnert an einen Schrottplatz. In der Elbregion beginnt das Aufräumen nach der Flut – und es schlägt die Stunde der Schadenregulierer. Ein Stimmungsbericht.
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Dresden/PirnaUmgekippte Sofas, aufgeweichte Regale, kaputte Waschmaschinen: In Pirna, 30 Kilometer südöstlich von Dresden, sieht es aus, als wären Plünderer durch die Straßen gezogen und hätten wahllos alles, was sie nicht brauchen konnten, aus den hübschen Häuschen auf die Straße geworfen. Doch in Pirma waren keine Randalierer unterwegs, sondern nur das Hochwasser. Das unbrauchbare Mobiliar haben die Eigentümer selber auf der Straße entsorgt. Es musste sein. Bevor es anfängt zu schimmeln.

Pirna hat es hart getroffen. Die ganze historische Altstadt stand unter Wasser. Jetzt, da sich das Wasser zurückzieht, geht es ans Aufräumen. Und so kommt das einzig Geräusch, das in den Straßen zu hören ist, von den Entfeuchtern in den Wohnungen.

Auch im Gasthaus „Waldpark“ wird aufgeräumt. Dorthin ist heute Ronny Steglich, Agenturleiter der Sparkassen Versicherung Sachsen, unterwegs. Gerade sind seine Tage sehr lang. Sechs bis sieben Schadensmeldung überprüft er pro Tag. Er weiß: Das wichtigste ist jetzt, dass die Menschen Geld bekommen. Also zahlt die Versicherung eine Anzahlung, auch wenn der endgültige Schaden noch nicht feststeht.

Auch das Ehepaar Schwemmer, denen das Gasthaus „Waldpark“ gehört, bekommt Geld. Zum Glück. Denn es ist ja nicht nur der Hochwasserschaden, der die Betreiber belastet, sondern auch der Betriebsausfall und die Fortzahlung der Angestellten. Auch das ist durch ihre Elementarversicherung abgedeckt. Doch bis das Gasthaus wieder öffnen kann, werden Monate vergehen. Und Grit Schwemmer weiß schon jetzt nicht mehr, wo ihr der Kopf steht.

Deutschlandweit sind nur 32 Prozent gegen Hochwasser versichert, in Sachsen seien es immerhin 40 Prozent, sagt Ute Andrä von der Sparkassen Versicherung. Dass es nicht mehr sind, kann sie nicht verstehen. Denn eine Elementarversicherung für ein normales Einfamilienhaus koste nur 70 Euro pro Jahr.

Die Sparkassen Versicherung Sachsen ist ein regionaler Versicherer mit einem Marktanteil von fünf bis zehn Prozent. Eine andere Versicherung hätte das Gasthaus „Waldpark“ wohl nicht versichert, weil es durch die direkte Elblage in der höchsten Gefahrenzone liegt. Die Sparkassen Versicherung hat sie trotzdem genommen, wenn auch zuvor Schadensverhütungsmaßnahmen vereinbart wurden: „Das sind unsere Kunden, die uns finanzieren“, sagt Steglich. Es sei auch die soziale und gesellschaftliche Verantwortung der Versicherung für die Region zu sorgen.

Zwanzig Schadenregulierer sind von der Sparkassen Versicherung Sachsen vor Ort im Einsatz. Zehn steuern die Schadensaufnahmen im Büro. Und es gibt Unterstützung von der Provinzial aus Nordrhein-Westfalen, weil der sächsische Versicherer allein die Kapazitäten für die bisher rund 1000 eingegangenen Schadensmeldungen nicht hat.

Kommentare zu " Die Flut und ihre Folgen: Das große Reinemachen"

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  • der Audruck ,Geisterstadt, alleine bedeutet den Umsatz der Zeitungen zu steigern.die Wahrheit ist eine ganz andere bei dieser Flut!!Seid Jahrzehnten ist der Klimawandel Weltweit bekannt,2002 hatten wir schon eine sogenannte Jahrhundertflut,mit erheblichen Schaden.Sollte die nicht eine Warnung für uns alle sein!Warum wurde daraufhin nicht alle Möglichen Maßnahmen getroffen,um späteren Katastrophen in seiner Naturgewalt etwas entgegen zu setzen,um den Schaden für die Bevölkerung zu verringern.Und es wird nicht die letze Katastrophe sein, die durch Naturgewalt entstehen--Beispiel der letzte Winter !!

  • soy
    Es ist eine unerhörte Behauptung, dass Dresden eine Geisterstadt sein soll.
    Die Stadt ist voller Touristen, alles ist lebendig. Wären Sie hier gewesen,hätten sie es gesehen.

  • .... denn wir bürgen mit unserem Namen für Niveau....jaja, Herr Stock und das ist zumindest bei der Beschreibung der momentanen Situation nach der Flut in Dresden gründlich daneben gegangen....
    Mit freundlichen Grüßen aus Dresden, Ralph Teufel

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