Die Getreuen von Kanzler und Kandidatin
Schröders Männer und Merkels Girlscamp

Wer im Kanzleramt erfolgreich arbeiten will, braucht Getreue in Wirtschaft, Politik und Medien. Wer den Machtkampf bis zur und an der politischen Spitze überstehen will, der muss wissen, auf wen er sich verlassen kann.

HB BERLIN. Schröder hat dabei einen Vorteil: Denn meist stellt sich erst im Laufe der Jahre heraus, wer nicht nur seine eigene Agenda verfolgt, sondern als echter Ratgeber taugt - und vor allem Vertraulichkeit wahrt. Nichts kann die eigene Politik (und die Karriere) so sehr stören wie geschwätzige "Freunde" oder Berater.

Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass viele erprobte Berater Schröders noch aus seiner Zeit als Ministerpräsident stammen - nicht nur die engste Entourage im Kanzleramt. Regieren verschafft Kontakte, gerade in der Wirtschaft.

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So schätzt er etwa Dirk Rossmann, Besitzer der Drogeriemarktkette, deren Aufstieg in Hannover begann. Zu den vertrauteren Gesprächspartnern gehören auch der IG-BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt oder Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers EnBW. Schröder hat ihn als früheren Chef der Sartorius AG und als Ex-Präsident von Hannover 96 kennen gelernt. Neue Manager sind dazugekommen wie Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

Geschätzt hat Schröder stets auch den Dialog mit Heinrich von Pierer, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG. Der Franke mutiert zwar gerade vom Kanzler-Berater zum möglichen Merkel-Einflüsterer. Das bedeutet aber nicht, dass er im Falle einer Wiederwahl Schröders nicht auch mit diesem wieder engen Kontakt hätte. Von Pierer ist geradezu das Paradebeispiel für einen Manager, der es im Interesse seines Unternehmens und durchaus des Landes versteht, sich mit allen zu arrangieren.

Schröder selbst hat sich nie Illusionen gemacht, dass die Zuneigung vieler Industrieführer für einen SPD-Kanzler von Dauer sein könnte. Zwar feierten viele Topmanager den zigarrerauchenden Regierungschef lange als "einen von uns" und "Genossen der Bosse". Bei Manager-Befragungen erhielt er persönlich sehr viel positivere Bewertungen als Merkel. Seit die Umfragewerte auf einen Regierungswechsel hindeuten, zeigt sich nun aber auch in den persönlichen Präferenzen eine Absetzbewegung hin zu Merkel.

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