„Die Großbetriebe sanieren sich zu Lasten der Allgemeinheit"
Sozialverband fordert Unterstützung für Rentenkassen

Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, hat den Stellenabbau in deutschen Großbetrieben scharf kritisiert und einen Solidarbeitrag der Konzerne an die Rentenkassen gefordert.

HB BERLIN. „Die Großbetriebe sanieren sich zu Lasten der Allgemeinheit. Die Kosten für massenhafte Frühverrentung wälzen sie einfach auf die Rentenkassen ab. In der Folge drohen steigende Beiträge und Rentenkürzungen“, beklagte Hirrlinger in der „Bild am Sonntag“.

Alle Firmen, die Stellen über die Frühverrentung abbauen, müssten sich an den Kosten für die Rentenkasse beteiligen, forderte Hirrlinger. „Wer Arbeitnehmer in den Vorruhestand schickt, sollte verpflichtet werden, einen Solidarbeitrag an die Rentenversicherung zu überweisen.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht die Rentenfinanzen zudem durch einen „Zick-Zack-Kurs“ der großen Koalition bedroht. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer argumentierte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die für 2008 beschlossene Anhebung auf 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens werde nicht ausreichen, wenn die Koalition gleichzeitig das ebenfalls geplante Einfrieren des Bundeszuschusses und die „drastische Kürzung“ der Sozialabgaben für Langzeitarbeitslose umsetze. Dann wäre ein Beitragssatz von 20,1 Prozent nötig, sagte Engelen-Kefer.

Langfristig würde der im Koalitionsvertrag vorgesehene Stopp für die Dynamik des Bundeszuschusses an die Rentenkassen sogar dafür sorgen, dass die Beiträge bis 2030 auf 24,5 Prozent steigen würden, erläuterte Engelen-Kefer. Bislang war eine Steigerung auf höchsten 22 Prozent vorgesehen. Bleibe es bei den Regelungen des Koalitionsvertrages, müsse man wohl mit Rentenkürzungen und Beitragserhöhungen rechnen.

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