Deutschland

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Die große Suche: Ein Endlager bei uns? Geht gar nicht!

„Gorleben ist überall“, rufen die Atomkraftgegner. Sie ahnen nicht, wie recht sie haben. Denn - Überraschung - keiner will das Erbe der Atomkraft haben. Eine Reise zu den möglichen Standorten für ein Endlager.

Proteste im Wendland: Polizeiblockade bei Castor-Transporten 2008. Quelle: ap
Proteste im Wendland: Polizeiblockade bei Castor-Transporten 2008. Quelle: ap

Vielleicht war es naiv, einfach loszufahren und zu schauen: Wo soll Deutschlands Atommüll hin, wenn er nicht nach Gorleben kommt? Sechs Jahre ist es her, dass die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe eine Karte möglicher Standorte herausgegeben hat. Wer diese Karte als Reiseplan verwendet, der kann etwas erleben. Bayerische Dorfbewohner zum Beispiel, die sich gegen eine Ortsumgehung wehren, weil darauf eines fernen Tages ein Castortransport anrollen könnte. Schwäbische Regionalplaner mit Plänen für norddeutsche Salzstöcke. Die Reise führt in ein Nest am Rand Mecklenburg-Vorpommerns, zu einem Mann, der sein gelbes Widerstands-X, Symbol des Anti-Endlager-Protests, schon fertig gezimmert im Keller stehen hat. Und sie führt zu einer Bürgerinitiative im Bayerischen Wald, der nicht nur linke Ökoaktivisten angehören, sondern ganze Gemeinden.

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Am Ende weiß man mehr über bayerische Felsklüfte, schwäbisches Grundwasser, über Erdbeben in der Bodenseeregion und Meinungsverschiedenheiten zwischen nord- und süddeutschen Atomkraftgegnern. Nur die Frage, wohin mit dem Atommüll, wird so offen sein wie am Anfang.

Wo lagert der deutsche Atommüll? Die verstrahlte Republik

Gorleben fällt für Castor-Transporte vorerst aus. Kein Problem, denn in Deutschland gibt es noch 14 weitere oberirdische Lager für hochradioaktiven Müll. Außerdem bietet sich Russland als Atom-Klo an – gegen Bezahlung.

Irgendwo muss das Zeug doch hin! Aber wohin? Seit fast fünfzig Jahren streitet Deutschland darum, ein ungelöstes Problem, das von Zeit zu Zeit hervorgekramt und betrachtet wird, um dann wieder in Vergessenheit zu geraten. Es geht um mehr als 12.000 Tonnen strahlenden und teilweise hochgiftigen Materials, das sicher untergebracht werden muss, wenn möglich für die nächste Million Jahre. Nun geht es wieder los. Peter Altmaier, der Bundesumweltminister, will die Suche nach einem geeigneten Ort ganz von vorn beginnen, auf einer weißen Landkarte, so stellt er es sich vor. Noch vor der Sommerpause will er sein Endlagersuchgesetz ins Parlament einbringen. Im Bund ist Altmaier mit Grünen und SPD halbwegs einig, nur die gerade neu gewählte Landesregierung in Niedersachsen stellt sich quer.

Ganz neu anfangen? Weiße Landkarte? Schön wäre es. „Gorleben ist überall!“, rufen die Atomkraftgegner im Wendland. Sie ahnen nicht, wie recht sie damit haben.

Martin Behringer ist nie im Wendland gewesen, hat aber eine recht genaue Vorstellung davon, wie es dort zugeht. „Man muss doch nur nach Gorleben sehen“, sagt er. Kein Mensch mache dort freiwillig Urlaub. „Ob das noch lebenswert ist?“

Interaktive Grafik Strahlenatlas

Der deutsche Atommüll verteilt sich auf 15 Orte. Klicken Sie auf die Standorte und erfahren Sie, wie viele Castoren dort stehen, wer das Zwischenlager wann beantragt hat, und wie viel Platz für Behälter es noch gibt.

Behringer ist 41 Jahre alt, Bäcker und Konditor von Beruf, und seit elf Jahren Bürgermeister eines kleinen Dorfes im Bayerischen Wald. Thurmansbang, 900 Einwohner, mit Eingemeindungen 2400. Die Gegend lebt vom Tourismus. Um das Dorf ist Wald, vor allem Staatsforst – was schon einmal schlecht ist: Der müsste nicht einmal mehr enteignet werden. Unter dem Dorf ist Fels, Granit. Das ist das Problem.

  • 26.03.2013, 06:10 Uhrgroeschel29764

    Wie wäre es mit Helgoland? Die kleine Insel ist eine Zoll- und Steueroase. Die Bevölkerung könnte man leicht umsiedeln.

  • 26.03.2013, 11:18 Uhrmargrit117888

    Wie wär es denn mit einem Endlager unterm Reichstag?
    Odr aber in Hitlers früheren Tunnel?

  • 26.03.2013, 21:06 Uhrendlagerdialog.de

    "....die Experten der Gesellschaft für Nuklearservice, die das Versuchsendlager in Gorleben betreibt..."

    In Gorleben wurde kein Versuchsendlager betrieben. Betrieben wurde ein reines Erkundungsbergwerk. Es wurden keine Versuche und erst recht keine Einlagerungsversuche im Salzstock Gorleben gemacht.

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