Die guten Vorsätze der Politiker: Zum Scheitern verurteilt?

Die guten Vorsätze der Politiker
Zum Scheitern verurteilt?

Häufiger ins Stadion gehen, mehr Zeit für die Tochter, dem Hund Manieren beibringen – welche guten Vorsätze haben unsere Vertreter in Berlin für 2013 und woran sind sie 2012 gescheitert? Zehn Bundespolitiker packen aus.

DüsseldorfIm Landtag von Nordrhein-Westfalen gibt es für Abgeordnete und Mitarbeiter einen Ort, an dem parteiübergreifend geschwitzt wird: Ein kleines, aber feines Studio mit Steppern, Fitnessgeräten und Rudermaschinen. Dort, in der untersten Etage, können sich die NRW-Politiker die Ausdauer für scheinbar endlose Sparhaushaltsdebatten holen, werden die Kräfte für den nächsten Schlagabtausch mobilisiert.

Ob das Düsseldorfer Modell bald Schule macht und auch im Reichstag ein Fitness-Studio Einzug hält? Zumindest hätten dann Hubertus Heil, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, und die Berliner Bundespolitiker eine Ausrede weniger – sofern sie sich über mangelnde Fitness ärgern. „Mehr Sport zu treiben“, hat Heil jedenfalls auf die Frage von Handelsblatt Online geantwortet, an welchem Vorsatz für 2012 er gescheitert ist. Kleiner Trost: Mit diesem Manko steht Heil im Kreis der deutschen Politik-Elite nicht alleine da.

Auch Linken-Chefin Katja Kipping hatte sich für das laufende Jahr vorgenommen, zwei Mal in der Woche Sport zu treiben. Sie ist gescheitert. „Dafür war der Krankenstand in meiner Familie einfach zu hoch“, sagt die Mutter einer Tochter. „Es war auch das erste Jahr mit Kita-Viren.“ Ihr Parteikollege Gregor Gysi drückt sich bei seinem persönlichen Rückblick etwas verklausulierter aus: „Hinsichtlich des Jahres 2012 bin ich an meinem Vorsatz gescheitert, gesünder zu leben.“

Mehr Sport, wenn auch passiv, hätten sich FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz allzu gerne gewünscht. Dazu hätten beide sogar eine Fahrgemeinschaft aus Berlin in den Südwesten der Republik gründen können. Die Chance auf eine grün-gelbe Annäherung bei mehrstündigen Touren? Wohl kaum. Denn Brüderle und von Notz kommen nicht nur politisch, sondern auch bei der Wahl ihrer Lieblingsklubs auf keinen gemeinsamen Nenner.

„Ich wollte es öfter zu Mainz 05 ins Stadion schaffen“, sagt Brüderle zu seinem Vorsatz für 2012. „Die Stimmung dort ist sensationell und man bekommt meistens tollen Fußball geboten.“ Von Notz dagegen schwärmt für den Rivalen der Rheinhessen. Deswegen wäre er gerne öfter zu Spielen der „großartigen Frankfurter Eintracht“ gegangen.

Experten raten, wenn schon Vorsätze, dann sollten diese möglichst konkret formuliert werden. Nicht einfach von „Ich möchte abnehmen“ sprechen, sondern ein konkretes Ziel formulieren: „Ich möchte fünf oder sieben oder zehn Kilo abnehmen.“ Übertragen auf die Politik müssten klare Wahlaussagen getroffen werden.

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