„Die Lage ist ernst“
FDP-Attacken auf Westerwelle irritieren CDU

Die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, weist die Kritik ihres Parteifreundes Wolfgang Kubicki am Zustand der Liberalen als unqualifiziert zurück. Doch Kubicki steht mit seiner Analyse nicht alleine. Auch eine FDP-interne Gruppierung geht Parteichef Guido Westerwelle hart an. Der christdemokratische Koalitionspartner reagiert mit Verwunderung.
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dne/HB DÜSSELDORF. Innerhalb der FDP wächst angesichts der desolaten Lage der Partei der Druck auf Parteichef Guido Westerwelle. Der Sprecher des „Liberalen Aufbruchs“, einer parteiinternen Gruppierung, Frank Schäffler, forderte Westerwelle im Gespräch mit Handelsblatt Online ultimativ auf zu skizzieren, wie er die Partei wieder auf den Erfolgspfad zurückführen will. „Die FDP muss ihre Positionen in der Koalition konsequenter vertreten und den Rücken gerade machen“, sagte Finanzexperte der FDP-Bundestagfraktion, Schäffler.

Insbesondere bei den beiden Markenkernen der FDP, der marktwirtschaftlichen Ausrichtung in der Steuer- und Finanzpolitik und dem kompromisslosen Eintreten für eine umfassende Rechtsstaatspolitik, aktuell in der Euro-Frage, dürfe es kein Wackeln geben. „Die Partei- und Fraktionsführung muss spätestens bis Drei-König ein Konzept vorlegen, wie dies umgesetzt werden kann, damit die FDP wieder Vertrauen zurückgewinnt“, so Schäffler. „Dabei darf es keine Tabus geben, dafür ist die Lage zu ernst.“

Der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki hatte am Wochenende den Zustand der FDP als desolat bezeichnet und mit der „Spätphase der DDR“ verglichen.

Die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, wies die Kritik ihres Parteifreundes Kubicki zurück. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef sei als Mitglied des FDP-Vorstandes dort „selten gesichtet“ worden und zudem kaum als Problemlöser aufgefallen, sagte Homburger im Südwestrundfunk. Die Liberalen brauchten „nicht nur Nörgler und Selbstdarsteller“, sondern auch solide und seriöse Arbeiter. Die FDP habe „wieder Tritt gefasst“ und dürfe sich ihre Erfolge „nicht zerreden“ lassen, sagte Homburger.

CDU-Spitzenpolitiker zeigten sich derweil verwundert über die massive Kritik innerhalb des liberalen Koalitionspartners. „Wer solche Parteifreunde hat, der braucht keine Feinde“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier am Montag vor einer Sitzung der CDU-Spitze in Berlin. Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht sagte: „Ich halte das für inakzeptabel.“ Das müsse die FDP aber mit sich selbst ausmachen. Noch deutlicher reagierte der nordrhein-westfälische CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann: „Sie wissen, dass ich kein großer Freund der FDP bin, deswegen ist es nicht meine erste Sorge.“

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  • Wechselwirkungen

    Ja Herr Westerwelle wenn Sie schlau gewesen wären, dann hätten Sie in der Opposition auf Dauer bleiben müssen, und jeder hätte dann immer geglaubt, dass wenn der mal an die Macht kommt, dass sich dann alles bessert. Es war keine gute idee, Verantwortung anzunehmen. Wenige haben es gewusst, dass Sie eigentlich nur rumschreien, und inhaltlich in der Verantwortung nichts rüberkommen wird. Warten Sie nicht lange und hören Sie auf. Rein von ihrer Tonlage haben Sie eigentlich schon längst aufgehört.

  • Erinnern wir uns nur als Guido Westerwelle auf die schwächsten eingedroschen hat, die Held!?
    Nun kommt die Wechselwirkung, als Naturgesetz!
    Würde es dieses Naturgesetz nicht geben, würden bäume in den Himmel wachsen.

    Aber bei Westerwelle wissen wir seid Wikileaks, es trifft schon den richtigen!

  • Wer
    -so laut rumschreit (Homburger,Lindner,Westerwelle)
    -keinen bezug zur Realität mehr hat (Homburger,Lindner,Westerwelle)
    -nur die eigenen Argumente gelten lässt (Homburger,Lindner,Westerwelle)
    -das eigene 400-Punkte-Wahl-Sparversprechen nicht hält (Homburger,Lindner,Westerwelle/versprochen ist versprochen!!!)
    -nur Lobbyinteressen bedient (Homburger,Lindner,Westerwelle)
    der gehört in keine politische Verantwortung dieser Republik und hat sich redlich erarbeitet, überall unter die 5%-Hürde zu fallen. Diese Partei braucht inzwischen niemand mehr.
    Dann sind die Oberen auch noch beleidigt, wenn Herr Kubicki allgemein bekannte Tatsachen ausspricht. Das passt voll ins bild! Frau Homburger sollte nicht nach Problemlösern suchen und selbst Probleme produzieren. Das Gekreische dieser Dame ist schlicht unerträglich. -Wie der Herr, so's Gescherr-
    Hasta la vista FDP!

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