Die nächste Gesundheitsreform
Versicherer warnen vor Zwei-Klassen-Medizin

Im Bundesgesundheitsministerium wird offenbar schon an der nächsten Gesundheitsreform gebastelt. Wieder in der Diskussion: Eine einheitliche Versicherung für alle. Versicherungsmanager lehnen den Einheitstarif ab. Er wäre nichts anderes als eine "Bürgerversicherung durch die Hintertür".

FRANKFURT. Politik und Versicherungen denken bereits an die nächste Gesundheitsreform. Heftig gestritten wird dabei wieder über die private Krankenversicherung. In diesem System sind 8,6 Millionen Menschen voll versichert, vor allem Gutverdiener und Beamte. Einige Ökonomen, Politiker und Versicherungsmanager wollen es abschaffen - zugunsten einer Einheitsversicherung. Dagegen protestieren die Krankenversicherer.

Es sei völlig haltlos anzunehmen, dass die Krankenversicherer das eigene System abschaffen wollten, sagte der Chef des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), Reinhold Schulte, dem Handelsblatt. "Im Gegenteil: In einer Verfassungsbeschwerde wehren wir uns gerade gegen weitere Eingriffe in unser System durch die jüngste Gesundheitsreform. Als Branche fordern wir keine Einheitsversicherung."

Allerdings gab es eine kleine Arbeitgruppe, in der einige Manager von großen börsennotierten Konzernen wie Axa und Allianz vertreten waren. Diese Gruppe war nicht bei den Krankenversicherern angesiedelt, sondern im großen Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV). Ihr Auftrag war, sich mit allen Sicherungssystemen zu beschäftigen, also der Arbeits-, Renten, Unfall-, Pflege- und auch der Krankenversicherung. Es sollten mit Blick auf das Jahr 2020 Denkanstöße entwickelt werden.

Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe seien jedoch insbesondere mit Blick auf die Krankenversicherung unausgegoren, sagte Schulte, der auch Vorstandschef von Signal-Iduna ist. "Es waren viele verschiedene Ansätze dabei. Deshalb ist es weder vom GDV geschweige denn der PKV verabschiedet worden."

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