Die „neue“ CDU
Merkel tadelt Mitglieder ohne E-Mail-Adresse

Jung, weiblich, Migrationshintergrund

Neue, junge Köpfe gibt es einige in der CDU. Und sie fallen auch rein äußerlich auf. Conrad Clemens, Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, läuft gerne im Kapuzenpulli auf; Peter Tauber ist mit fescher Brille und 41 Jahren ein sehr junger Generalsekretär; Kinnert zieht mit wechselnden Kappen die Blicke auf sich und wirkt eher wie eine junge Piratin.

Das alles sieht charmant und fröhlich aus, vorschnelle Schlüsse auf parteiliche Verjüngung wären aber oberflächlich und verfrüht. „Wer sich aktuell von solchen Vorbildern angezogen fühlt, „der ist nicht gleich morgen engster Merkel-Mitentscheider“, sagt Kinnert.

Schöne neue digitale Welt als Allheilmittel – sicher nicht. Aber dass die Partei inzwischen gerade diesen Kanälen besonderes Beachtung schenkt, zeigt sich bereits. „Ich selbst wäre ja niemals in die Parteireformkommission eingeladen worden, hätte ich mich nicht jahrelang irgendwie einschlägig zum Thema geäußert - und das gerade über digitale Wege.“

In ihren politischen Anfängen in Wuppertal auf einer Sitzung von CDU-Männern noch mit einer Kellnerin verwechselt kennt man sie inzwischen. Jung, weiblich, Migrationshintergrund – ein idealer Mix für die „neue“ CDU. Kinnert, hauptsächlich eigentlich Politologie- und Philosophiestudentin, ist außerdem in der Konrad-Adenauer-Stiftung aktiv und leitet das Abgeordnetenbüro von Peter Hintze.

Wie sich die neuen Ideen auf die Zukunft der Volkspartei auswirken werden – in diesen Zeiten ist das besonders schwer zu sagen. Der Streit um die Flüchtlingspolitik überschattet vieles und konterkariert zwangsläufig auch so manche Mühen um innerparteiliche Erneuerung: Es treten wieder mehr Menschen ein, aber es treten auch wieder mehr aus. Im Oktober verließen 2062 und damit ein Viertel mehr Mitglieder die Partei als im Vormonat.

Für Kinnert ist klar: Strukturelle Reformen mit Leben zu füllen, ist ein „Kopfprozess“. Das dauere und sei nicht einfach an Indikatoren wie Ein- oder Austritten festzumachen.“ Am Ende des Tages entscheidend sei die politische Botschaft. Und die stimmt, gerade jetzt, ist Kinnert überzeugt. „Wenn ich eine neue Partei gründen müsste, würde ich das Programm der CDU Wort für Wort abschreiben.“

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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