Die neue Kanzlerin
Die Bundeskanzlerin hat große Ziele

Deutschland wird zum ersten Mal in seiner Geschichte von einer Kanzlerin regiert. Mit Angela Merkel an der Spitze der großen Koalition wollen Union und SPD vor allem die Arbeitslosigkeit bekämpfen und den Reformprozess weiter ausbauen.

HB BERLIN. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wurde am Dienstag im Bundestag mit 397 Stimmen zur Regierungschefin gewählt. Mindestens 49 Abgeordnete aus der großen Koalition und damit offenbar jeder neunte Parlamentarier von CDU, CSU und SPD versagten Merkel die Gefolgschaft.

Sichtlich bewegt nahm sie die historische Wahl an. Anschließend ernannte Bundespräsident Horst Köhler die aus Ostdeutschland stammende Physikerin im Schloss Charlottenburg zur Kanzlerin und ermahnte die Regierung zu weiteren Reformen. „Mir geht es sehr gut, und ich bin sehr zufrieden, und ich bin glücklich“, sagte die 51-Jährige anschließend. Nach der Ernennung und Vereidigung der Minister der schwarz-roten Regierung übergab Gerhard Schröder am Abend das Kanzleramt an Merkel. Als Schlüsselfrage für den Erfolg der großen Koalition nannte sie den Abbau der hohen Arbeitslosigkeit.

Trotz der vielen Gegenstimmen aus den eigenen Reihen sagte Merkel, sie könne mit dem Wahlausgang leben. Sie habe ein „prima Ergebnis“ erzielt, sagte sie in der ARD. Das sei eine solide Grundlage für die Arbeit der Regierung. Auch führende Vertreter von Union und SPD sprachen von einem guten Anfang für die zweite große Koalition auf Bundesebene. Dagegen werteten FDP und Grüne das Abstimmungsergebnis als Beleg für die Brüchigkeit des Regierungsbündnisses. Union und SPD stellen im Bundestag zusammen 448 Abgeordnete, von denen nach SPD-Angaben zwei fehlten. Gegen Merkel stimmten nach den Worten von Bundestagspräsident Norbert Lammert 202 Parlamentarier, zwölf enthielten sich. Eine Stimme war ungültig.

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