Die Partner des Kanzlers wollen nach einem Jahr Anlaufzeit nun endlich Ernst machen
Wirtschaft pocht auf Innovationen

Noch ist das Jahr 2004 nicht ganz vorbei, doch schon steht fest: Vom viel beschworenen Aufschwung für Innovationen ist bislang wenig zu merken. Und das, obwohl Bundeskanzler Gerhard Schröder schon vor einem Jahr eine illustre Top-Runde aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenholte und die Initiative „Partner für Innovation“ ins Leben rief.

BERLIN. Geht es nach der deutschen Wirtschaft und Wissenschaft, ist die Zeit des Warmlaufens und Organisierens jetzt vorbei: Endlich soll Innovationen in Deutschland der Weg geebnet werden.

Bei ihrem 4. Treffen am kommenden Montag wollen die Partner erstmals konkrete Projekte aus den 13 „Impulskreisen“ präsentieren, an denen mittlerweile Fachleute aus rund 200 Unternehmen mitarbeiten. Unter der eindrucksvollen Kulisse des Berliner Neutronenbeschleunigers Bessy wird etwa Schering-Chef Hubertus Erlen die Idee des „digitalen Krankenhauses“ vorstellen. In enger Zusammenarbeit mit Siemens „wollen wir in zwei Krankenhäusern die komplette intelligente IT-Vernetzung ausprobieren, von der Ambulanz bis zur Station, gekoppelt mit der geplanten elektronischen Patientenakte“, berichtet Matthias Gottwald von Schering.

Auf diese Weise sollen die Bemühungen um Innovationen auch sichtbar werden. Erst dieser Tage klagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer in Berlin: Da hätten sich die Partner schon so viele Innovationen ausgedacht, und keiner erfahre etwas davon. Der fachliche Koordinator der Partner und Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Jörg Bullinger, räumt ein: „Wir kommen gut voran. Aber gemessen daran, wie dringend notwendig die Innovationen sind, dauert es zu lang.“

Das Projekt „Seitenwechsel auf Zeit“ will den viel beschworenen Wissenstransfer in Schwung bringen, berichtet Bullinger. Unternehmen und Forschungsorganisationen sollen sich gegenseitig Personal ausleihen, etwa für ein halbes Jahr.

Der Impulskreis Energie beim Energieunternehmen EnBW will „ganz praktisch zunächst 200 Schulhäuser in Baden-Württemberg energieeffizient machen“, sagt Bullinger. Nebenbei sollen Lehrer, Schüler und Eltern für Wärmepumpen, Solarzellen & Co. begeistert werden.

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