Die Präsenz der Japaner führt zu guten Geschäften und Familienbanden
Japaner lieben Nordrhein-Westfalen

Helga Schneider war 22, als sie in Düsseldorf bei dem japanischen Handelskonzern Kanematsu anheuerte. Dort traf sie Masaaki Oyama - und war vom Charme des japanischen Managers hingerissen. Wenig später heirateten die beiden, sechs Jahre später kam das erste Kind.

DÜSSELDORF. Das japanisch-deutsche Paar nannten das Mädchen Julie – dieser Name lässt sich sowohl auf Japanisch als auch auf Deutsch lesen. Die drei lebten bei der Geburt des Kindes in New York, der nächsten Auslandsstation Masaakis für seine Firma.

Seit Geburt des zweiten Kindes, Fritz Mitsu, wohnen Helga Oyama und ihr Mann in der Nähe von Tokio und sind in Japan sesshaft geworden. Ihr Haus hat Blick auf den Pazifik, es ist traditionell einstöckig aus Holz gebaut, die Zimmer sind mit Tatami-Matten ausgelegt. Familienvater Masaaki Oyama wechselte vor zwei Jahren den Job. Er ist jetzt Vizepräsident der Japan-Niederlassung des europäischen Flugzeugbauers Airbus.

Diesen Monat zieht ein Familienmitglied nach NRW zurück: Tochter Julie, inzwischen 19, geht Ende März nach Siegen. Sie wird erst ihr Deutsch in einem Sprachkurs aufpolieren und danach an der Universität studieren. Julie Oyama ist nur einer von 11 000 japanischen Einwohnern in NRW. Doch die wenigsten davon sind als Studenten hier. „Sie wurden meistenteils von ihren Unternehmen in die Auslands-Zweigestelle geschickt, und ihr Job ist meist hochdotiert“, sagt Birgit Montag, die als Kulturgeographin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf die japanische Minderheit erforscht hat.

Die Frauen begleiten ihre Männer, sofern die Kinder klein genug sind. Für den Nachwuchs gibt es in Düsseldorf japanische Kindergärten und Schulen. Kaum einer der Japaner lernt in der kurzen Zeit gründlich Deutsch. Wofür auch - in Düsseldorf gibt es japanische Supermärkte, Haushaltsläden und die nach Eigenauskunft größte japanische Buchhandlung Europas. Bei Takagi sind über 60 000 japanische Bücher vorrätig. „Die japanischen Bestseller erhalten wir ständig per Luftpost, genauso die Tageszeitungen“, sagt Julie Takagi, die Tochter der Gründerin.

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