Die Rebellin geht
Gabriele Pauli tritt aus der CSU aus

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat ihren Austritt aus der CSU angekündigt, weil sie sich von der Parteiführung kalt gestellt fühlt. Die CSU-Granden müssen sich nun darauf gefasst machen, von Pauli voll attackiert statt nur maßvoll kritisiert zu werden - denn die 50-Jährige will in der Politik bleiben.

HB NÜRNBERG.„Ich trete aus der CSU aus“, sagte die Politikerin der Zeitschrift „Vanity Fair“. „Mein Austritt ist die Konsequenz des vergangenen Jahres“, erklärte Pauli, die maßgeblich zum Sturz des früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber beigetragen hatte. „Ich gehe nicht, weil ich die Wahl zur Parteivorsitzenden verloren habe, sondern wegen der Art und Weise, wie man sich mir gegenüber verhalten hat.“ Da der neue Parteivorsitzende Erwin Huber seit Monaten nicht auf sie zugegangen oder auf ihre Vorstellungen und Forderungen eingegangen sei, habe sie sich zu diesem Schritt entschlossen.

Ihre parteipolitischen Ambitionen ließ Pauli offen: „Das Spektrum reicht von der Gründung einer eigenen bis zum Beitritt einer anderen Partei.“ Es gebe einen Teil der Bevölkerung, der wolle, dass sie nicht aufhöre. „Für diese Menschen will ich weiter Politik machen“, sagte die Landrätin.

Pauli, die damals im CSU-Vorstand saß, war 2006 in die Schlagzeilen geraten: Sie warf dem Büroleiter Stoibers, Michael Höhenberger vor, er habe sich bei Telefonaten mit Parteifreunden nach Möglichkeiten erkundigt, ihr etwas anzuhängen. Diese Bespitzelungsaffäre kostete Höhenberger den Kopf und verschärfte die Debatte darüber, ob Stoiber bei der Landtagswahl noch einmal als Spitzenkandidat der CSU ins Rennen gehen sollte. Pauli hatte dagegen seit längerem opponiert. Stoiber kündigte schließlich seinen Rückzug als Ministerpräsident und CSU-Chef an. Pauli trat als Kandidatin für den Parteivorsitz an, bekam aber nur 2,5 Prozent der Stimmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%