"Die schöne Zeit auf der Sonnenseite der Demoskopie für die Union ist vorbei"
Wahlforscher: Chancen für Schröder steigen

Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach am Tag nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen von einem spürbaren Auftrieb für die SPD. Auch bei den Meinungsforschern gibt es Vertreter, die einen Stimmungsumschwung beim Wahlvolk ausmachen.

HB BERLIN. So sieht das Meinungsforschungsinstituts Emnid nach den Landtagswahlen wieder Chancen für die SPD um Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei der Bundestagswahl 2006. „Die Wahl 2006 ist wieder offen. Der Kanzler kann es noch mal packen“, schrieb Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner in der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe). Für CDU und CSU werde es indes schwerer.

„Jetzt ist die schöne Zeit auf der Sonnenseite der Demoskopie für die Union aus und vorbei.“ Die Wähler hätten Vorschusslorbeeren an die Union verteilt und gehofft, dass CDU und CSU die Wende hin zu mehr Beschäftigung hinbekämen. „Die Wähler haben Schutz gesucht - und sind im Regen stehen gelassen worden“, schrieb Schöppner. Immer mehr Wähler glaubten, dass CDU und CSU kein klares Konzept hätten. „Die meisten beklemmt das dumpfe Gefühl, mit der Union noch härter beschnitten zu werden.“

„Überall, ob im Bund, in den Ländern oder am kommenden Sonntag bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen fällt die Union um sechs bis acht Prozentpunkte“, schrieb Schöppner. „In der Sonntagsfrage wird die Merkel-Union seit Mai von 50 auf 42 % durchgereicht.“ Zwar krebse die die SPD noch weiter im Keller. Dennoch könne Kanzler Schröder 2006 erneut gewinnen, wenn die Wirtschaft wieder anspringen sollte. In Brandenburg hatte sich die SPD bei der Landtagswahl trotz deutlicher Verluste als stärkste Partei behaupten können. Auch die mitregierende CDU verlor deutlich und wurde nur noch drittstärkste Kraft hinter der PDS. In Sachsen verlor die CDU knapp 16 Punkte und büßte ihre absolute Mehrheit ein. Angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse dort gilt nun eine Koalition mit der SPD als wahrscheinlich. Die SPD war in Sachsen erstmals bei einer Landtagswahl auf ein einstelliges Ergebnis abgesackt.

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