AfD: Böhmermann bringt Parteinachwuchs in Rage

„Die sehr, sehr gute Partei“
Böhmermann bringt AfD-Nachwuchs in Rage

Die AfD hält Landesregierungen mit teils abwegigen oder widersinnigen parlamentarischen Anfragen in Atem. Jan Böhmermann nimmt das auf die Schippe und provoziert damit harsche Kritik von der Jungen Alternative.
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BerlinNein, eigentlich will er die AfD gar nicht durch den Kakao ziehen. „Keine Scherze“, betont der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann auf seiner Facebook-Seite. Vielmehr will er mit voller Ernsthaftigkeit ergründen, was die Partei von Frauke Petry bisher zustande gebracht hat. Immer sitzt die AfD mittlerweile in zehn Landesparlamenten, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sogar mit einer satten Fraktionsstärke von über 20 Prozent.

Als Oppositionspartei kann sie zwar nicht politisch gestalten, aber sie hat durchaus Möglichkeiten, im politischen Diskussionsprozess Akzente zu setzen und die Regierungstätigkeit zu kontrollieren – indem ihre Abgeordneten sogenannte Kleine Anfragen an die Regierung richten, die sich auf einen bestimmten Sachverhalt beziehen, oder Große Anfragen, die umfangreichere Politikfelder betreffen. Hier setzt Böhmermann mit seiner Aufklärungsarbeit an. Er will zeigen, „was die sehr, sehr gute Partei AfD schon alles für Deutschland geleistet hat“.

Denn, so betont er in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“: Die AfD müsse keine Lösungen anbieten. „Die AfD muss nicht sagen, wie es besser geht, es reicht, dass die AfD sagt, wie es schlecht läuft.“ Sie müsse keine Alternativen anbieten, sie müsse nicht gestalten. „Die AfD muss einfach sagen, wie es scheiße läuft.“ Danach zitiert Böhmermann aus diversen AfD-Anfragen – und provoziert so den Nachwuchs der Partei.

„Der eher mittelmäßige Systemhumorist Jan Böhmermann hat knallhart die angeblich absurden Anfragen der AfD in unseren Landesparlamenten aufgedeckt“, schreibt die Junge Alternative für Deutschland (JA) auf ihrer Facebook-Seite. Problem sei nur: „Wenn man sich durch die von der AfD produzierten Anfragen und Anträge klickt, die Böhmermann gesammelt hat, kommt mitnichten eine Kanonade an Lächerlichkeiten heraus. Ausgehend von der in Deutschland herrschenden faktenfreien Ideologie der Linken, auf der Böhmermanns Humor zum Großteil basiert, macht man sich über vollkommen legitime Initiativen der AfD lustig, die man früher auch von einer nicht-sozialdemokratisierten Union gehört hätte.“

Kommentare zu " „Die sehr, sehr gute Partei“: Böhmermann bringt AfD-Nachwuchs in Rage"

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  • @Frau Annette Bollmohr
    Dass die Opposition kritisiert, ist eigentlich völlig normal. Man kann zur AfD stehen, wie man will, die Probleme hat sie nicht verursacht. In Ermangelung von entsprechender Macht, kann sie auch keine lösen. Ob sie es kann, wenn sie die Macht dazu hätte, ist eine andere Frage. CDU und SPD können oder wollen es auch nicht. Sie wollen uns die Politik nur immer erklären.

  • FEST STEHT, DASS DIE AFD
    NÄCHSTES JAHR SOWOHL IM
    NRW-LANDTAG WIE AUCH IM
    BUNDESTAG SITZEN WERDEN.

    Dies verheißt selbstverständlich, dass kleine wie große Anfragen erheblich zunehmen werden.
    Aber vielleicht - wer weiß - bemüßigen sich die "etablierten" Parteien selbst vermehrt Anfragen zu den vielen offensichtlich unklärbaren Problemen im ganzen Land "in Frage zu stellen".

    NÖTIG WERS!

  • @Herr Ulf Söderberg, 29.11.2016, 10:37 Uhr

    "Warum greift die Presse in völliger Gleichschaltung immer die Kritisierenden an statt sich das anzuschauen was kritisiert wird?"

    Weil die "Kritisierenden" oft nur kritisieren, aber keinerlei konstruktive Lösungen anbieten, d.h., sich aufs Meckern beschränken.

    Ist ja auch bequemer so.

    Und es hat ja auch durchaus was Heimeliges, wenn man sich im Muff der zum gemeinsamen Ablästern organisierten Treffen gegenseitig versichern kann, dass man sich nicht nur in "guter Gesellschaft" befindet, sondern obendrein im Gegensatz zu all den ignoranten "anderen" zum Kreise derer gehört, die wirklich wissen, wo es "langgeht".


    Und noch was: Das mit der "völligen Gleichschaltung" ist kompletter Blödsinn. Die Berichterstattung zu aktuellen Ereignissen kann bei seriösen Medien logischerweise nur nahezu identisch sein - Fakten werden schließlich deshalb als solche bezeichnet, weil sie erstens offensichtlich und zweitens nachprüf- und belegbar sind.

    Aber bei der Kommentierung dieser Fakten - also deren Bewertung - liegen die unterschiedlichen Medien durchaus nicht selten weit auseinander.

    Das würden Sie schnell merken, wenn Sie sich mal auf andere als Ihre gewohnten Informationsquellen einlassen und dabei vor allem auf mehr Ausgewogenheit bezüglich deren politischer Präferenzen und thematischer Schwerpunkte achten würden.

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