„Die sehr, sehr gute Partei“: „Jan Hofer moderiert komplett unter ohne. Ist wirklich wahr.“

„Die sehr, sehr gute Partei“
Böhmermann bringt AfD-Nachwuchs in Rage

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„Jan Hofer moderiert komplett unter ohne. Ist wirklich wahr.“

Für große Belustigung in der Böhmermann-Sendung sorgt auch eine Große Anfrage der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Mit 630 Fragen an die Staatsregierung will sich die Partei über Grundlage, Auftrag und Arbeit des Mitteldeutschen Rundfunks unterrichten lassen. Ziel sei die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrages und eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, hatte der parlamentarische Geschäftsführer, Uwe Wurlitzer, die Anfrage begründet.

Die Fragen der AfD (zum Beispiel: „Welche Aufgabe hat der Rundfunk gemäß Artikel 5 des Grundgesetzes?“) sind allerdings alles andere als spektakulär, weshalb Böhmermann die „liebe AfD-Fraktion“ fragt: „Haben Sie nicht Google für solche Fragen?“ Aber auch solche Fragen stellt die AfD: „Warum und wann erfolgen Moderationen vor beziehungsweise hinter dem Tisch?“ Darauf spöttelnd Böhmermann: „Es ist ein offenes Geheimnis bei der ARD in Hamburg: Jan Hofer moderiert komplett unten ohne. Ist wirklich wahr.“

Und Böhmermann betont ausdrücklich, dass die Große Anfrage „wirklich echt“ und „keine Fake“ sei. Er vermutet als Motiv, dass die AfD wissen wolle, „wie die Lügenpresse wirklich funktioniert“.

Doch auch in den sozialen Medien stießen sich viele User daran, dass die AfD von der sächsischen Staatsregierung auch leicht recherchierbare oder allgemein bekannte Sachverhalte wie die Zahl der öffentlich-rechtlichen Sender wissen will. Sie kontern den Fragenkatalog mit eigenen Fragen.

Unter dem Hashtag #afdfragen wollten Nutzer etwa wissen: „Warum sprechen sich alle Mainstream-Medien bei den Lottozahlen ab?“ oder „Warum sind in den Weltkrieg-Dokus auf ZDFinfo eigentlich immer die Deutschen die Täter?“ oder „Wieso kommt die ‚Tagesschau‘ auch in der Nacht???“ Und: „Sendet die Deutsche Welle auch bei Ebbe?“

AfD-Fraktionsgeschäftsführer Wurlitzer nahm den Hohn und Spott gelassen: „Sonst wirft man uns vor, nicht ordentlich zu arbeiten. Jetzt, dass wir es zu genau wissen wollen. Wir wollen belastbare Informationen, die durch die Staatsregierung verbrieft sind.“ Die Staatsregierung selbst versprach, auch zu liefern.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " „Die sehr, sehr gute Partei“: Böhmermann bringt AfD-Nachwuchs in Rage"

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  • @Frau Annette Bollmohr
    Dass die Opposition kritisiert, ist eigentlich völlig normal. Man kann zur AfD stehen, wie man will, die Probleme hat sie nicht verursacht. In Ermangelung von entsprechender Macht, kann sie auch keine lösen. Ob sie es kann, wenn sie die Macht dazu hätte, ist eine andere Frage. CDU und SPD können oder wollen es auch nicht. Sie wollen uns die Politik nur immer erklären.

  • FEST STEHT, DASS DIE AFD
    NÄCHSTES JAHR SOWOHL IM
    NRW-LANDTAG WIE AUCH IM
    BUNDESTAG SITZEN WERDEN.

    Dies verheißt selbstverständlich, dass kleine wie große Anfragen erheblich zunehmen werden.
    Aber vielleicht - wer weiß - bemüßigen sich die "etablierten" Parteien selbst vermehrt Anfragen zu den vielen offensichtlich unklärbaren Problemen im ganzen Land "in Frage zu stellen".

    NÖTIG WERS!

  • @Herr Ulf Söderberg, 29.11.2016, 10:37 Uhr

    "Warum greift die Presse in völliger Gleichschaltung immer die Kritisierenden an statt sich das anzuschauen was kritisiert wird?"

    Weil die "Kritisierenden" oft nur kritisieren, aber keinerlei konstruktive Lösungen anbieten, d.h., sich aufs Meckern beschränken.

    Ist ja auch bequemer so.

    Und es hat ja auch durchaus was Heimeliges, wenn man sich im Muff der zum gemeinsamen Ablästern organisierten Treffen gegenseitig versichern kann, dass man sich nicht nur in "guter Gesellschaft" befindet, sondern obendrein im Gegensatz zu all den ignoranten "anderen" zum Kreise derer gehört, die wirklich wissen, wo es "langgeht".


    Und noch was: Das mit der "völligen Gleichschaltung" ist kompletter Blödsinn. Die Berichterstattung zu aktuellen Ereignissen kann bei seriösen Medien logischerweise nur nahezu identisch sein - Fakten werden schließlich deshalb als solche bezeichnet, weil sie erstens offensichtlich und zweitens nachprüf- und belegbar sind.

    Aber bei der Kommentierung dieser Fakten - also deren Bewertung - liegen die unterschiedlichen Medien durchaus nicht selten weit auseinander.

    Das würden Sie schnell merken, wenn Sie sich mal auf andere als Ihre gewohnten Informationsquellen einlassen und dabei vor allem auf mehr Ausgewogenheit bezüglich deren politischer Präferenzen und thematischer Schwerpunkte achten würden.

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