Die Serie der Misserfolge hatte schon 1999 begonnen
Die Entwicklung der SPD

Die SPD hat bei der Landtagswahl im Saarland am Sonntag eine weitere schwere Schlappe erlitten. Mit knapp über 30 Prozent verzeichneten die Sozialdemokraten dort ihr schlechtestes Ergebnis seit 1960 (30,0 Prozent). Auch bundesweit liegt die SPD in Umfragen weit hinter der Union.

HB SAARBRÜCKEN. Ein Grund für das schlechte Abschneiden ist die umstrittene Reformpolitik der Bundesregierung. Nach dem Wechsel an der Parteispitze von Gerhard Schröder zu Franz Müntefering Anfang dieses Jahres hofften die auf nur noch rund 618 000 Mitglieder geschrumpften Sozialdemokraten bislang vergeblich auf ein Ende der Niederlagen-Serie.

Bundeskanzler Schröder ist in seinem sechsten Regierungsjahr weitgehend auf die Zustimmung der Union im Bundesrat angewiesen. Nur noch sieben der 16 Länder haben einen SPD-Ministerpräsidenten. Keiner führt eine Alleinregierung.

Debakel hatte die SPD bereits am 13. Juni erlebt: Bei der Europawahl sackte sie von 30,7 auf 21,5 Prozent. Bei der Landtagswahl in Thüringen unterschritt sie die 15-Prozent-Marke. Bei den gleichzeitigen Kommunalwahlen in sechs Ländern ging es ebenfalls steil bergab - auch im Saarland, wo die Sozialdemokraten mit 36,1 Prozent vergleichsweise noch am besten abschnitten.

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