Die Sozialreform hat große Auswirkungen auf die Arbeitslosenstatistik
Über fünf Millionen Arbeitslose im Winter

Im Winter droht die Arbeitslosenzahl erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik auf über fünf Millionen zu steigen. Mit Schuld daran könnte ausgerechnet Hartz IV sein.

HB BERLIN. Ausgerechnet die Sozialreform Hartz IV, die mehr Arbeitslose in Beschäftigung bringen soll, könnte Wolfgang Clement eine Rekordarbeitslosigkeit bescheren. Der Bundesarbeitsminister läuft Gefahr, dass im Winter die Arbeitslosenzahl erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die Marke von fünf Millionen erreicht.

Ob es so kommt, wagen selbst Experten nicht mit Sicherheit zu sagen. „Man kann nicht ausschließen, dass es im Januar den ganz großen Sprung nach oben gibt“, sagt etwa die Arbeitsmarkt-Expertin bei der Deutschen Bank, Manuela Preuschl.

Hintergrund ist, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) warnt, als Folge der Hartz-Reform könnten bis zu 300



000 bereits arbeitslose Sozialhilfeempfänger neu in der Statistik auftauchen. Da Experten ohne Berücksichtigung der Reformwirkungen von etwa 4,8 Millionen Arbeitslosen im Februar 2005 ausgehen, würde die Fünf-Millionen-Marke überschritten.

Übersehen wird dabei oft, dass die Reform die Statistik der Arbeitslosen nicht nur be-, sondern auch entlastet. Ab Oktober sollen 100 000 Langzeitarbeitslose durch Sprachkurse und durch etwa 50 000 Ein-Euro-Jobs beschäftigt werden. Sie fallen aus der Statistik.

Laut Experten bei den Arbeitsagenturen gibt es vage Anzeichen, dass sich manche Langzeitarbeitslose intensiver um eine Arbeit bemühen. „Da spielt wohl die Angst mit, dass sie mit der Einführung des Arbeitslosengeldes II weniger oder gar nichts mehr bekommen“, sagt ein Behördensprecher.

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