Die SPD in der Krise
Gabriel: Jemand wie Müntefering fehlt

SPD-Chef Kurt Beck fällt von einem Umfragetief ins nächste, Hessens Landeschefin Andrea Ypsilanti liebäugelt mit der Linkspartei und Ex-Superminister Wolfgang Clement mischt die eigene Partei auf – für die Sozialdemokraten läuft es derzeit alles andere als rund. Kein Wunder also, dass sich einige Genossen nun den alten „Steuermann Münte“ zurückwünschen.

HB DÜSSELDORF. In der SPD wächst die Sehnsucht nach einer Rückkehr ihres früheren Vorsitzenden Franz Müntefering nach Berlin. „Jemand mit der Erfahrung und der Leistung von Franz Müntefering fehlt natürlich immer“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel dem Handelsblatt. Es sei aber unangemessen, wenn so kurz nach dem Tod seiner Frau Spekulationen über seine Rückkehr angestellt würden. „Franz Müntefering wird selbst entscheiden, was er macht und ob er zurückkehrt. Er hat aber das Recht, dass man ihn jetzt in Ruhe lässt“, sagte Gabriel.

Er erinnerte daran, dass Müntefering immer gesagt habe, Politik bestehe aus Führen und Sammeln. „Es ist deshalb auch nicht entscheidend, wann wir die Frage der Kanzlerkandidatur beantworten, sondern mit welcher Haltung und mit welchem Programm dies geschieht“, sagte er. „Es macht wenig Sinn, dauerhaft eigene Erfolge zu verschweigen und von Gram gebeugt durch die Gegend zu laufen.“ Die Agenda 2010 habe unbestreitbar die wirtschaftliche Modernisierung des Landes voran gebracht. Schon im Januar hatte SPD-Fraktionschef Peter Struck gestanden: „Münte vermisse ich sehr“.

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