Die SPD in Niedersachsen wirkt nach dem Machtverlust immer noch wie gelähmt – Zwischen Gabriel und Jüttner herrscht Misstrauen.
Zwei Parteifreunde trauen sich nicht über den Weg

Die SPD in Niedersachsen wirkt nach dem Machtverlust immer noch wie gelähmt – Zwischen Oppositionsführer Sigmar Gabriel und SPD-Landeschef Wolfgang Jüttner herrscht Misstrauen.

HANNOVER. Von einer „dramatischen Entwicklung“ spricht Oppositionsführer Sigmar Gabriel (SPD). „Bei den Sozis ist Heulen und Zähneklappern“, heißt es bei den politischen Gegnern der niedersächsischen SPD. Tatsächlich ist es um die Sozialdemokraten im Heimatland von Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht gut bestellt. Hinzu kommt: Misstrauen kennzeichnet das Verhältnis von Gabriel und SPD-Landeschef Wolfgang Jüttner. Vor knapp eineinhalb Jahren wiesen die Wähler den beiden bei der Landtagswahl die Oppositionsrolle zu. Die CDU mit Christian Wulff an der Spitze gewann die Wahl.

Der frühere Ministerpräsident Gabriel räumt ein, dass ihm und seiner Partei der Machtverlust „natürlich schwer gefallen“ sei. Weil die Sozialdemokraten zwischen Ems und Elbe die Wahlniederlage bisher nicht verkraftet haben, aber auch weil sie nicht gegen den bundespolitischen Trend ankommen, konnten sie den Abwärtstrend noch immer nicht stoppen. Bei der Europawahl rutschten sie auf 27,8 Prozent ab, nur noch in zwei der 46 niedersächsischen Wahlkreise (Emden und Aurich) lag die SPD vor der CDU. Damit nicht genug: Der niedersächsischen SPD liefen in jüngster Zeit so viele Mitglieder davon, dass die Union erstmals die größte Partei im Lande ist.

Vor neun Jahren zählte sie mehr als 100 000 Mitglieder, aktuell sind es noch 79 000. Zum Vergleich: Die CDU, die auch verloren hat, kommt derzeit auf 81 500 Mitglieder. Wer glaubt, die niedersächsische SPD würde angesichts dieser Lage ihre Kräfte bündeln und im Lande eine gut koordinierte Oppositionsarbeit präsentieren, wird häufig enttäuscht. Gabriel führt die Landtagsfraktion. Wolfgang Jüttner, früher Umweltminister in der Regierung Gabriel und seit Mai 2003 Landesvorsitzender der Partei, ist im Landtag einer von Gabriels Stellvertretern.

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