Die zentralen Beschlüsse
Der Weg zum Rechtschreibchaos

Die Rechtschreibreform wurde von der Kultusministerkonferenz (KMK) am 1. Dezember 1995 beschlossen, die Ministerpräsidenten stimmten am 14. Dezember 1995, die Bundesregierung stimmte am 17. April 1996 zu.

HB HAMBURG. Vertreter Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, Liechtensteins, Rumäniens und Ungarns drückten in der „Wiener Absichtserklärung“ vom 1. Juli 1996 den Willen aus, die neuen Regeln gemeinsam einzuführen.

Wesentliche Auszüge: KMK-Beschluß vom 1. Dezember 1995

  • „(...) 2. Die Kultusminister verständigen sich darauf, den überarbeiteten Neuregelungsvorschlag „Deutsche Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis“ (...) unter der Voraussetzung, daß die Ministerpräsidenten dem Neuregelungsvorschlag zustimmen, daß der Bund dem Neuregelungsvorschlag zustimmt und daß die angestrebte zwischenstaatliche Erklärung von Deutschland, Österreich, der Schweiz und ggf. weiteren interessierten Staaten rechtzeitig unterzeichnet wird, als verbindliche Grundlage für den Unterricht in allen Schulen einzuführen. (...)
  • 4. Die Neuregelung tritt am 01.08.1998 mit folgenden Maßgaben in Kraft: (...) c. Bis zum 31.07.2005 werden bisherige Schreibweisen nicht als falsch, sondern als überholt gekennzeichnet und bei Korrekturen durch die neuen Schreibweisen ergänzt. Zu diesem Zeitpunkt sollten auch alle Schulbücher in der neuen Schreibung vorliegen. Sollte sich herausstellen, daß die Übergangszeit zu großzügig oder zu eng bemessen ist, wird eine Veränderung der Frist durch die Kultusministerkonferenz in Aussicht genommen. (...)
  • 8. Die Kultusministerkonferenz stimmt der Einrichtung einer international besetzten „Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung“ beim Institut für deutsche Sprache (IDS) zu. (...)
  • 9. Bisherige Festlegungen zur Rechtschreibung, insbesondere der Beschluß der Kultusministerkonferenz vom 18./19.11.1955 „Regeln der deutschen Rechtschreibung“ werden mit Wirkung vom 01.08.1998 aufgehoben. (...)“ „Wiener Absichtserklärung“: „(...) Artikel II Die Unterzeichner beabsichtigen, sich innerhalb ihres Wirkungsbereiches für die Umsetzung des (...) Regelwerkes einzusetzen. Folgender Zeitplan wird in Aussicht genommen: 1. Die Neuregelung der Rechtschreibung soll am 1. August 1998 wirksam werden. 2. Für ihre Umsetzung ist eine Übergangszeit bis zum 31. Juli 2005 vorgesehen.
  • Artikel III Die zuständigen staatlichen Stellen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz werden Experten in eine Kommission für die deutsche Rechtschreibung entsenden, deren Geschäftsstelle beim Institut für Deutsche Sprache in Mannheim eingerichtet wird. Die Kommission wirkt auf die Wahrung einer einheitlichen Rechtschreibung im deutschen Sprachraum hin. Sie begleitet die Einführung der Neuregelung und beobachtet die künftige Sprachentwicklung. Soweit erforderlich erarbeitet sie Vorschläge zur Anpassung des Regelwerks. (...)“
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