Dienstwagen
Gabriel will Spritsäufer im Dienst bestrafen

Tempolimit auf Autobahnen, CO2-Vorschriften für die Autoindustrie: an diesen Vorschlägen erhitzen sich bereits die Gemüter. Nun bringt Umweltminister Gabriel einem Medienbericht zufolge noch eine neue Maßnahme ins Spiel und die richtet sich gegen spritfressende Dienstwagen.

HB HAMBURG. Umweltminister Sigmar Gabriel plädiert dem Magazin „Stern“ vom Mittwoch zufolge für eine begrenzte steuerliche Abzugsfähigkeit von dienstlich verfahrenem Benzin. Der Sprit für Dienstwagen sollte von den Unternehmen nicht länger in beliebiger Höhe steuerlich abgesetzt werden können. „Beim Pflegedienst-Auto, das fünf Liter verbraucht, lassen wir das zu, aber nicht bei Wagen, die neun, zehn Liter oder mehr schlucken. Da schmeißen wir Milliarden zum Fenster raus.“ Gabriel sprach sich zudem für eine Pflicht der Autohersteller aus, den Schadstoffausstoß direkt am Wagen kenntlich zu machen. Im Autohaus müsse zu erkennen sein, „wie gut oder schlecht der Wagen im Vergleich zu anderen liegt“.

Gabriel rief zugleich die CDU/CSU-Politiker auf, die Umweltpolitik der Kanzlerin stärker zu unterstützen: „Es wäre schön, wenn sich die Kollegen in der Union stärker hinter sie stellen würden.“ Häufig werde in die entgegengesetzte Richtung gerudert.

In der Klimaschutzdebatte hat Gabriel die Verbraucher in Schutz genommen. Man solle nicht nur „Verzicht und Askese“ predigen, sagte der SPD-Politiker dem „Stern“ weiter. Wichtiger sei die viel härtere Aufgabe, sich mit mächtigen Wirtschaftslobbyisten anzulegen: „Wir müssen die Prioritäten richtig setzen. Ich kenne viele in der Autobranche, die sich diebisch freuen würden, falls wir uns jetzt ins Thema Tempolimit verbeißen, statt die Autoindustrie zu zwingen, spritsparende und CO2-arme Modelle zu entwickeln“, sagte Gabriel.

Neben der Autoindustrie, die den Kohlendioxid-Ausstoß der Autos nicht genügend reduziert habe, seien auch die Energieunternehmen ihrer Selbstverpflichtung für eine effizientere Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung nicht nachgekommen: „Auch da müssen wir gesetzgeberisch ran“, sagte Gabriel.

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