Dieter Althaus
Kandidat gegen jeden Zweifel

Mit einem starken Spitzenkandidaten will die CDU in Thüringen ihre absolute Mehrheit verteidigen. Ministerpräsident Dieter Althaus will deshalb keinen Zweifel aufkommen lassen: Die Folgen eines von ihm verschuldeten Skiunfalls, bei dem eine 41-jährige Frau starb, sind verarbeitet – körperlich wie seelisch.

Wie um den letzten Zweifel an seinem Gesundheitszustand auszuräumen lesen sich manche der Termine von Dieter Althaus’ Wahlkampagne, die Thüringens Ministerpräsident gestern in Erfurt vorstellte. Einige Etappen der Radltour mit Parteifreunden hat er hinter sich, am Sonntag steht eine Wanderung mit Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich auf dem Programm. Auch in Sachsen wird am 30. August gewählt.

Keinen Zweifel soll es geben: Die Folgen des Skiunfalls vom Neujahrstag, bei dem eine 41-jährige Frau starb, sind verarbeitet – körperlich wie seelisch.

Die Partei braucht Althaus, sie braucht den alerten Regierungschef von einst, den Hoffnungsträger. Mit ihm will sie im besten Fall ihre absolute Mehrheit verteidigen, jedenfalls aber die größte Regierungspartei stellen. Ob das gelingt, ist offen. Zwar stehen die Umfragen für die CDU gut – bei bis zu 39 Prozent sehen sie die Partei. Doch im Gegensatz zum Bund gibt es in Thüringen keine überstarke FDP, die Schwarz-Gelb eine Mehrheit sichert. Im Gegensatz zum Bund auch ist die schwache SPD weniger Gegner als potenzieller Koalitionspartner. Längst ist die Wahl daher ein Zweikampf zwischen Althaus und Linkspartei-Kandidat Bodo Ramelow geworden.

Der wird nicht müde, Althaus Versäumnisse vorzuwerfen – vom Personalnotstand in den Kitas bis zu Opel, wo Thüringen um die Arbeitsplätze des modernen Werks in Eisenach bangt. Die Pläne des Finanzinvestors RHJ International, eines der Opel-Bieter, sehen vor, Eisenach für zwei Jahre still zu legen.

„Absurd“ nennt Althaus das. Es ist eine seiner wenigen Einlassungen zu Opel; im Gegensatz zu seinen Kollegen Jürgen Rüttgers oder Roland Koch, in deren Bundesländern ebenfalls Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, hält sich Thüringens Regierungschef mit öffentlichen Einschätzungen zurück. Hinter den Kulissen aber geht keine Entscheidung an ihm vorbei. Althaus kommt auch so zu seinen Schlagzeilen. Da ist der Besuch von Barack Obama, der den US-Präsidenten nach Thüringen, in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald führte. Und da ist schon immer die Nähe zu Kanzlerin, die auf dem Wahlkongress der Union Ende Juni erneut deutlich wurde. Althaus ist Merkels wichtigster Ministerpräsident im Osten – vier Mal wird sie im Wahlkampf in Thüringen Station machen.

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