„Diffamierend, nicht hinnehmbar“
Seehofer gegen Zuwanderer – alle gegen Seehofer

Nach dem CSU-Vorsitzenden Seehofer hat sich auch Landesgruppenchef Friedrich für eine Begrenzung der Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen ausgesprochen. Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kolat, wies die Forderungen aus der CSU zurück. Und auch in der Bundesregierung regt sich Kritik.
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HB BERLIN. Die Türkische Gemeinde in Deutschland verlangt von CSU-Chef Horst Seehofer eine Entschuldigung wegen seiner Forderung nach einem Zuwanderungsstopp für Türken und Araber. „Die jüngsten Aussagen Seehofers sind diffamierend und nicht hinnehmbar“, sagte der Vorsitzende Kenan Kolat der „Berliner Zeitung“ zur Begründung.

Kolat sprach von Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen und sah darin den Versuch Seehofers, die Integrationsthesen des ausgeschiedenen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin zu übertrumpfen. Aus der CSU kamen unterdessen weitere Forderungen nach einer Begrenzung der Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen.

Seehofer hatte gesagt, „dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun“ mit der Integration. Daraus ziehe er „den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen“.

Nicht nur bei der Opposition stieß er damit auf Kritik - auch in den Reihen von CDU und FDP. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), zeigte sich „sehr schockiert“. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), warf Seehofer vor, am eigentlichen Problem - der schlechten Integration vieler Zuwanderer - vorbeizureden.

Bayerns FDP-Chefin, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, nannte Seehofers Äußerung eine „bewusst vereinfachende populistische Debatte“. Grüne und SPD sprachen von Rechtspopulismus.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Friedrich, sprach sich unterdessen dafür aus, europäischen Fachgruppen Vorrang vor Fachkräften aus anderen Regionen zu geben. „Diese Menschen sind leichter integrierbar in Deutschland als diejenigen, die fremden Kulturkreisen angehören“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Zugleich verteidigte er den bayerischen Ministerpräsidenten: „Seehofer hat vollkommen recht.“

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  • Wer ist Kenan Kolat der außer türkischen Zeitungen
    anscheinend keine weitere Quelle benutzt. Rassismus
    gegen Minderheiten (Deutsche).Millionen Türken und Araber in Hartz iV, Unterdrückung der islamischen Frauen,Kriminalität und Hass auf dieses Land sind die fakten. An Schulen werden Lehrerinnen von kleinen Machos beleidigt weil sie keine Kopftuch trägt und nur eine Frau ist. Warum also noch mehr Türken nach Deutschland holen und Erdokan die Kosten für Sozialhilfe abnehmen. Der Widerstand fängt erst an, lieber Kolat.

  • Was an Seehofers Äusserungen diffamierend sein soll, muss mir mal jemand erklären. Diffamierend finde ich allerdings die permanenten Forderungen der türkischen Funktionäre und die mittlerweile zahlreichen existierenden Extrawürste für Türken, z.b. die kostenlose Krankenversicherung für im Ausland lebende Familienangehörige, oder den "Migranten"bonus bei Strafverhandlungen.

  • Der Standpunkt und die Worte von Seehofer klingen radikal, stellen aber eine ehrliche, notwendige Sofortmaßnahme dar! Denn wenn die integration, der bereits unter uns lebenden Muslime nicht kurzfristig gelingt, wäre der nächste Schritt zur Wahrung des inneren Friedens - eine Rückführung - viel drastischer!

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