Digitales Funknetz nicht mehr rechtzeitig fertig
Schily: WM bringt Bund Gewinne

Deutschland darf als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einem kräftigen finanziellen Gewinn rechnen.

HB BERLIN. „Die WM wird in der Bilanz von Minister Eichel mit einem klaren Plus zu Buche schlagen und nicht nur Imagegewinn bringen“, sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) gestern nach Vorstellung des 3. Fortschrittsberichts zur WM im Bundeskabinett. Die Vorbereitungen der Bundesregierung auf das Sportereignis lägen voll im Plan.

„Es bleibt unser Anspruch, der Welt den besten Standard anzubieten“, sagte der Minister. Sowohl das Verkehrs- als auch das Sicherheitskonzept werden höchsten Ansprüchen genügen, so Schily.

Auf die Kritik der Opposition an der geplanten 22 Millionen Euro teuren „Willkommensparty“ in Berlin einen Tag vor der offiziellen WM-Eröffnung entgegnete der Minister: „Dieses Geld wird durch den Verkauf einer Goldmünze finanziert, keineswegs aus Steuermitteln.“ Auch werde die Fifa sich an den Kosten für die Party beteiligen. „Wir können da nicht mit einer Trachtengruppe auftreten oder Spreewaldgurken anbieten“, meinte Schily.

Schily bedauerte, dass das digitale Funknetz für die Sicherheitskräfte wohl nicht mehr rechtzeitig zur Weltmeisterschaft eingeführt wird. Die Schuld dafür gab er den Ländern, die das Projekt blockiert hätten. „Aber auch mit dem analogen Netz werden wir alle Sicherheitsauflagen erfüllen“, erklärte der Minister. Ursprünglich sollte die digitale Technik bis 2006 eingeführt werden. Etliche Länder hatten jedoch die hohen Kosten des Systems kritisiert und eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes gefordert. Das derzeit genutzte analoge Funknetz stammt aus den 70-er Jahren und wird von Polizisten als störanfällig, oft überlastet und nicht abhörsicher beschrieben.

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