DIHK-Chef: Firmen brauchen qualifizierte Arbeitskräfte
Wirtschaft hält an Zuwanderungsgesprächen fest

Die deutsche Wirtschaft will einen Abbruch der Vermittlungsverhandlungen um das Zuwanderungsgesetz nicht akzeptieren.

HB BERLIN. „Wir geben uns nicht damit zufrieden, dass man sagt, das Spiel ist aus“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, am Montag in einem dpa-Gespräch. „Es ist traurig, wenn ein Land wie Deutschland meint, sich abschotten zu müssen.“

Braun äußerte Verständnis für den in jüngster Zeit bei den Verhandlungen im Vordergrund stehenden Sicherheitsaspekt. Für das drohende Scheitern machte er die Grünen und die CSU verantwortlich. Deutschland könne es sich aber nicht leisten, auf ein Zuwanderungsgesetz zu verzichten. „Es ist eine große Gefahr, wenn wir uns nicht auf ein Gesetz einigen.“ Dies würde bedeuten, den Kopf in den Sand zu stecken „und nicht wahrnehmen zu wollen, dass unsere Bevölkerung in den nächsten Dekaden deutlich überaltert“.

Sollte das Gesetz tatsächlich scheitern, ist sich Braun sicher, dass das Thema in wenigen Jahren wieder auf der Tagesordnung steht. Die deutsche Wirtschaft brauche qualifizierte Arbeitskräfte. Dies sei auch eine entscheidende Grundlage für ergänzendes Wachstum.

Die jetzigen Regeln behindern nach Einschätzung von Braun den Forschungsstandort Deutschland. Wenn jetzt im Ausland forschende Deutsche bei einer Rückkehr ihre dortigen Forschungsteams und deren Familienangehörigen mitbringen wollten, gehe das bislang nur über bürokratische Verfahren - und das auch meist nur befristet, wie bei der Greencard für Computerspezialisten. „Das ist schlecht, das ist zeitaufwendig.“

Schon die lange Diskussion um die Zuwanderung hat nach Einschätzung Brauns Deutschland geschadet. Es sei der Eindruck entstanden, „dass wir nicht ausländerfreundlich sind, dass Menschen Angst haben müssen, hierher zu kommen“. Braun verwies auf das Beispiel der USA. Auch dort werde konsequent auf Sicherheit geachtet. „Aber diejenigen, die sie ins Land lassen, werden herzlich willkommen geheißen und integriert.“

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