DIHK gibt sich weiter optimistisch
BA: Es fehlen mehr Lehrstellen als 2003

Trotz des Ausbildungspakts war die Lage am Lehrstellenmarkt Ende September deutlich schlechter als im Vorjahr. Insgesamt fehlten nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) noch 31 000 Ausbildungsplätze – 2003 waren es nur gut 20 000, erfuhr das Handelsblatt aus Wirtschaftskreisen. 13 400 offenen Stellen stehen gut 44 500 unvermittelte Bewerber gegenüber.

BERLIN. Gegenteilige Meldungen kommen aus der Wirtschaft: In Industrie und Handel setze sich der positive Trend fort, heißt es beim DIHK. In den alten Bundesländern gebe es dort ein Plus bei den neuen Verträgen von 4,8 Prozent. Das sei der höchste Zuwachs seit sechs Jahren. Für die neuen Länder meldet der DIHK zumindest eine Stagnation, auch dort sei jedoch die Zahl der betrieblichen Plätze gestiegen.

Am heutigen Dienstag werden sowohl BA als auch DIHK und Handwerk ihre Zahlen vorlegen. Beide Zahlenwerke sind jedoch noch nicht vergleichbar: Die BA erfasst die bei ihr gemeldeten Angebote und die Nachfrage, IHK und Handwerkskammern sammeln getrennt davon die von den Betrieben gemeldeten Ausbildungsverträge. Zusammengeführt werden die Daten erst im Dezember.

Der Ausbildungspakt zwischen Regierung und Wirtschaft sieht vor, bis Jahresende jedem willigen und fähigen Jugendlichen ein Angebot zu machen – anderenfalls droht die von den Koalitionsfraktionen auf Eis gelegte Ausbildungsplatzabgabe. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement ist „zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Kalenderjahres unsere Zusage einhalten können“. Man werde beweisen, dass freiwillige Vereinbarungen besser sind als Gesetze“.

Die Wirtschaft hat im Pakt zugesagt, im Jahresdurchschnitt 30 000 „neue“ Lehrstellen zu schaffen. Wegfallende Lehrstellen sollen nicht gegengerechnet werden. Dieses Soll haben die Unternehmen nach eigenen Angaben bereits erfüllt. Seit Jahresbeginn verzeichneten die Industrie- und Handelskammern gut 22 000 neue Ausbildungsbetriebe. Das zeige, dass man Betriebe mit guten Argumenten für die Berufsausbildung gewinnen kann, heißt es beim DIHK. In diesen Betrieben und in schon ausbildenden Betrieben konnten insgesamt 34 000 neue Ausbildungsplätze akquiriert werden.

DGB-Chef Michael Sommer (SPD) hatte die Arbeitgeber zuletzt gewarnt, sich damit herauszureden, sie hätten nicht 30 000 zusätzliche, sondern 30 000 neue Stellen versprochen. „Der Pakt ist für mich erst erfüllt, wenn die Lehrstellenlücke dieses Jahres geschlossen ist - ohne Ausreden“. Die Gewerkschaften, die mehrheitlich eine Abgabe wollen, sind nicht am Pakt beteiligt.

Doch auch aus der SPD waren zuletzt scharfe Töne zu hören. Das „Damoklesschwert einer Abgabe“ hänge nach wie vor über den Arbeitgebern, hatte der parlamentarische Geschäftsführer Wilhelm Schmidt gedroht.

Neben vollwertigen Lehrstellen hat die Wirtschaft im Pakt auch 25 000 Praktikumsplätze zugesagt. Auch hier stehe man gut da, meldet der DIHK. Bislang hätten die Industrie- und Handelskammern 16 000 Plätze für die nun beginnende Nachvermittlung akquiriert. Diese Zahl werde noch steigen, da einige IHKs der dualen Ausbildung absoluten Vorrang eingeräumt hätten und deshalb die Werbung für die Einstiegsqualifizierung erst jetzt intensivieren würden.

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