DIHK
Politik trübt Wachstumszuversicht der Wirtschaft

Eigentlich ist die Stimmung unter Deutschlands Unternehmen großartig, es locken Gewinne. Doch die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD bereiten Sorgen: Mindestlöhne könnten die Aussichten trüben.
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BerlinDie deutschen Unternehmen erwarten im nächsten Jahr ein beschleunigtes Wachstum, fürchten aber höhere Belastungen als Ergebnis der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD. Beschlüsse etwa zu Mindestlöhnen und Steuererhöhungen könnten die guten Konjunkturaussichten bremsen, warnte am Montag der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. Ein flächendeckender Mindestlohn bedrohe zudem den Arbeitsmarkt. „Das Ergebnis der Bundestagswahl hat offensichtlich die Firmen nicht beruhigt.“

Dabei ist die Zuversicht bei den Firmen nach der jüngsten DIHK-Umfrage unter gut 28.000 Firmen so groß wie lange nicht mehr. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit 0,3 Prozent Wachstum. Im nächsten Jahr sollte sich die Erholung dann rasant auf 1,7 Prozent beschleunigen. Ohne die vielfältigen Risiken, nicht zuletzt seitens der Politik, hätten es an die zwei Prozent Wachstum 2014 sein können, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Die Herbst-Umfrage des DIHK, die angesichts der großen Zahl an Befragten als sehr repräsentativ gilt, enthält Antworten aus den Tagen vor und nach der Bundestagswahl.

"Es ist wichtig, dass Steuererhöhungen ausbleiben", warnte Wansleben mit Blick auf Forderungen der SPD. Das sei am Wochenende zwischen den potenziellen Koalitionspartnern leider noch nicht entschieden worden, auch wenn Kanzlerin Angela Merkel Nein sage. Die Steuereinnahmen des Staates entwickelten sich gut genug, um notwendige Investitionen in Infrastruktur und Bildung auch ohne höhere Steuern zu schultern. Zudem äußerte Wansleben Sorge über Ausgabenwünsche der Parteien im Sozialbereich. Ein flächendeckender Mindestlohn könnte nach seinen Worten bis zu eine Million Arbeitsplätze kosten. Zudem drohe die Verlagerung von Produktions-Standorten wegen der steigenden Energiepreise.

Auch wenn die politischen Risiken bei den Firmen Ängste und Unsicherheiten auslösen, hat sich das Stimmungsbild in der Wirtschaft deutlich aufgehellt. Steigende Exporte, mehr Jobs, höhere Investitionen, so lauten die Erwartungen und Pläne der Unternehmen der Umfrage zufolge. „Im Herbst des Jahres 2013 schaltet die Wirtschaft einen Gang höher“, lautete das Fazit Wanslebens. Besonders bemerkenswert sei, dass die Firmen bei den Investitionen als „wichtiger Taktgeber des Wachstums“ wieder kräftig zulegen. Motiv hierfür seien in höherem Maße als noch im Frühjahr Kapazitätserweiterungen und Innovationen. Die Erwartungen der Firmen zu den Ausfuhren sind nach Angaben des DIHK so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Auch am Arbeitsmarkt wird diese gute Entwicklung nach Einschätzung des DIHK durchschlagen. Der Verband rechnet nach 240.000 neuen Stellen im laufenden Jahr mit einen Zuwachs von 250.000 im nächsten Jahr. „Der Beschäftigungsaufbau geht in sein neuntes Jahr“, sagte Wansleben. Das sei ein Rekord. Allerdings - sollte der flächendeckende Mindestlohn kommen, dürfte dieses Erwartung hinfällig sein. „Das würde unsere Prognose durcheinanderbringen." “

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DIHK: Politik trübt Wachstumszuversicht der Wirtschaft "

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  • "Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler über Aufstockung an Billigkräfte die Gewinne der Unternehmer und Aktionäre finanziert!"

    Doch doch, wie man sieht, dafür haben andere gefälligst zu "sparen". Irgendwie frage ich mich schon länger wieso man immer nur Politiker mit Gurkentruppen vergleicht. Einigen Lobbyisten könnte man das durchaus auch andichten.

  • "Mindestlöhne könnten die Aussichten trüben."
    Ja, einerseits das Gejammere keine Fachkräfte zu finden, andererseits die Gier der Firmeneigner jeden Cent zu raffen.
    Irgendwann muß man begreifen, die Menschen, die allen Reichtum erarbeiten, auch angemessen an ihrem Ergebnis zu beteiligen. Und nicht nur den Geldverleihern Geld in den Rachen zu werfen.
    Fast alle Länder in der EU haben einen Mindestlohn. Und da wird es Zeit auch in Deutschland denselben einzuführen.
    Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler über Aufstockung an Billigkräfte die Gewinne der Unternehmer und Aktionäre finanziert!

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