DIHK schlägt Alarm
Arbeit für alle, Fachkräfte für niemand

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schlägt Alarm: Der Fachkräftemangel nimmt nach einer DIHK-Umfrage bedrohliche Züge an. Die Misere bremst demnach sogar einen stärkeren Abbau der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Doch die Unternehmer sind zum Teil an der Misere selbst schuld.

HB BERLIN. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 20 000 Unternehmen ergab jetzt, dass in der Wirtschaft aktuell rund 400 000 Fachkräfte fehlen. „Der volkswirtschaftliche Schaden ist immens. 23 Milliarden Euro Wertschöpfungsverzicht bedeuten in diesem Jahr rein rechnerisch einen Wachstumsverlust von einem Prozentpunkt“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Allein zwei Drittel der Maschinenbauer hätten Probleme, geeignete Kandidaten für offene Stellen zu finden. In den Branchen Elektrotechnik, Auto, Medizintechnik, Pharma und Metallerzeugung ist jeder zweite Betrieb von der Misere betroffen.

Rund 54 Prozent aller befragten Betriebe melden Engpässe bei technisch versierten Fachkräften und Ingenieuren. Fast die gesamte Metallerzeugerbranche, knapp 95 Prozent der Maschinenbauer und 90 Prozent der Fahrzeugbauer finden keine Fachleute aus technischen Berufen.

Dabei gehe es nicht nur um Akademiker. „Es fehlen Fachkräfte aller Qualifikationsniveaus - und zwar von dual ausgebildeten Fachkräften bis hin zu promovierten Forschern“, sagte Wansleben. Rund 43 Prozent der Firmen suchten vergeblich Mitarbeiter, die einen dualen Abschluss in Berufsschule und Betrieb vorweisen könnten. In Zukunftsbranchen wie Pharma, IT und Elektrotechnik fehlten vor allem Kandidaten mit technisch-naturwissenschaftlichem Abschluss.

Derzeit läuft es gut für die Betriebe vor allem in Boomregion im Süden des Landes – fast schon zu gut. Ihnen mangelt es nicht an Arbeit, sondern an Arbeitern. „Der freie Markt ist leergefegt“, sagt Karl Jägle, Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Eichstätt. „Für Mittelständler ist da nichts mehr zu kriegen.“

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