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DIHK-Umfrage: Bachelor-Absolventen enttäuschen die Wirtschaft

exklusiv Die Kritik der Wirtschaft am Bachelor-Studiengang wächst. Eine DIHK-Umfrage zeigt steigenden Unmut, die Firmen vermissen vor allem den Praxisbezug der Absolventen. Nur noch 63 Prozent der Unternehmen sehen ihre Erwartungen an die Absolventen erfüllt.

Die Kritik am Bachelor-Studiengang wächst Quelle: dpa
Die Kritik am Bachelor-Studiengang wächst Quelle: dpa

BERLIN. In der Wirtschaft wächst die Kritik an den neuen Bachelor-Studiengängen. Nach einer Umfrage des DIHK, die dem Handelsblatt vorliegt, sehen nur noch 63 Prozent der Unternehmen ihre Erwartungen an die Absolventen erfüllt - 2007 lag der Anteil noch bei 67 Prozent. "Die Unternehmen vermissen vor allem die Verknüpfung von Theorie und Praxis bei den Absolventen der neuen Studiengänge", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem Handelsblatt. "Das sollte ja gerade durch die Neuordnung verbessert werden."

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Driftmann forderte eine bessere Vorbereitung der Studenten auf ihre späteren Jobs in der Wirtschaft. Dazu müssten die Hochschulen viel häufiger Praxisphasen ins Studium integrieren: Pflichtpraktika, Projektarbeit "und Vorlesungen, in denen Unternehmer Einblick in den Unternehmensalltag geben". Dafür sollten die Hochschulen das Bachelor-Studium lieber auf sieben oder acht statt auf sechs Semester anlegen. An der DIHK-Umfrage beteiligten sich 2175 Unternehmen.

Die meisten Bachelor-Studien sind auf sechs Semester angelegt

Die Kritik der Unternehmer zielt auf ein Kernproblem der Bologna-Reform: Was und wie viel soll ein Bachelor wissen, wo sind Abstriche vom Diplom-Stoff sinnvoll? Früher beklagte die Wirtschaft stets die lange Dauer des Studiums. Zu Beginn der Reform drängte sie dann massiv auf kurze, möglichst nur sechssemestrige Studiengänge.

Die Forderung wurde erfüllt: Derzeit beträgt die Regelstudienzeit für einen Bachelor an den Unis fast durchgängig nur sechs Semester. An den Fachhochschulen gibt es ebenso viele sechs- wie siebensemestrige Bachelor-Studiengänge. Seit die Unternehmen jedoch konkrete Erfahrungen mit den Bachelor-Absolventen machen, hat sich der Wind gedreht: Nicht nur der DIHK, auch die Industrie und die Arbeitgeber reklamieren nun, da sie die Nachteile des Turbo-Studiums kennengelernt haben, wieder mehr Zeit fürs Studieren.

  • 21.01.2011, 14:09 UhrAnonymer Benutzer: Helen


    Kommischerweise erwarten die Unternehmen, dass praktische Erfahrungen immer in anderen Firmen gemacht werden aber nicht in der eigenen.

    Vielleicht wissen es die Unternehmen nicht, aber was nur zu 40% passt kann man zu 100% passend machen.

    So schlimm kann es mit dem Fachkräftemangel gar net sein. Die Jungen lassen sie endlos Praktika absolvieren, die 55ig-jährigen werfen sie hinaus, dazwischen wollen sie weder ausbilden noch wollen sie neue Leute bzw. willige Quereinsteiger ordenltich einarbeiten. Und mehrprachige Fachkräfte suchen sie über Zeitarbeitsfirmen. Da können sie lange warten.

    Seit Jahren schreien sie nach den 23ig-jährigen Absolventen. Was haben die Firmen eigentlich gedacht wieviel praktische Erfahrung so ein Mensch haben kann? Die praktische Erfahrung wird im betrieb selber vermittelt. Jetzt sollen sie das essen was sie bestellt haben.

  • 19.01.2011, 14:22 UhrAnonymer Benutzer: Mariana mayer

    Die Art der Ausbildung spielt durchaus eine Rolle.

    Daraus ergibt sich die Unternehmenshierarchie und von nahezu ausschließlich hochdotierten Akademikern geführt, entspricht unsere bundesregierung auch einer Art Hochschulführung, wobei die Studenten diejenigen sind die kostenfrei nach oben hin liefern. im Gegenzug gibt es dann an der Uni wenigstens Titel.

    Nur die bevölkerung sind keine Studenten.

    Das ist der Unterschied. Sie sind die Leiharbeiter und die Unterschicht die eingeführt wurde.

    Parallel dazu gibt es jetzt noch die duale Hochschule. Diese Abolventen sind deutlich gut gestellt. in der industrie erhielten sie bis zu 300 000 Euro Abfindung. Neben den Sekretärinnen bis zu 600 000 Euro Abfindung. Doch plötzlich werden wieder ba´ler eingestellt. Doch die Leiharbeiter, eben: Pech gehabt das berufsleben wurden eben mal vernichtet von zig Leuten.

  • 19.01.2011, 02:11 UhrAnonymer Benutzer: B_ernd

    @Martina Mayer
    Dieser Artikel handelt und die meisten Komentare beziehen sich auf die Ausbildung. Sie bewegt offensichtlich der Verteilungskampf, den die Wirtschaft durch Produktivitätssteigerungen (Automatisierung) und Kosteneinsparungen (Zeitarbeit) in Gang setzt.

    Das ist in der Tat ein wichtiges und ungelöstes Problem. Neue Stellen, die auch anständig bezahlt werden, in dem Maße durch neue Produkt- und Serviceideen zu schaffen, wie Stellen durch Rationalisierung wegfallen, das haben Manager und Politik nicht im Griff.

    Aber - sorry, da sehe ich keinen Zusammenhang mit der Art der Ausbildung. Heute sind auch jede Menge Akdemiker arbeitslos. Jede Menge ingenieure mit eine anspruchsvollen und anstrengenden Studium sitzen auf der Straße.

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