DIHK und BGA verlassen Ostausschuss
Osthandel spaltet Verbände

54 Jahre nach seiner Gründung verliert der Ostausschuss (OA) seinen Status als Sprecher der deutschen Wirtschaft in Russland. Sowohl der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wie auch der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) erklärten schriftlich ihren Austritt. Der Ost- und Mitteleuropaverein will Mitte November darüber entscheiden.

ink/mbr/rty/str BERLIN. Der Ostausschuss ist die älteste Regionalinitiative der deutschen Wirtschaft. Ihm gehören neben etlichen Verbänden auch rund 60 Einzelfirmen an. Der Zwist in der Interessenvertretung im Osthandel steht im Widerspruch zu dem erklärten Ziel der Wirtschaftsverbände, ihre Arbeit enger zu koordinieren.

Auslöser ist nach Angaben von Verbandsvertretern das Unbehagen in DIHK und BGA, dass der Ostausschuss zunehmend nur noch Interessen großer Unternehmen vertrete. „Die Arbeit des Ostausschusses hat sich verselbstständigt“, heißt es. „Der DIHK konzentriert sich nun verstärkt auf die Entwicklung seines Netzes von Auslandshandelskammern in Osteuropa“, sagte Reiner Perau, zuständiger Referatsleiter im DIHK. 2007 soll eine bilaterale deutsch-russische Handelskammer gegründet werden.

Die Austritte von Trägerverbänden des OA habe nur wenig Auswirkungen auf die Arbeit, betonte der Geschäftsführer des Ostausschusses, Oliver Wieck. Der OA vertrete sehr erfolgreich die Interessen deutscher Unternehmen in der Region – auch des Mittelstandes. Die Kritik an mangelnder Vertretung des Mittelstandes „kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Wieck dem Handelsblatt.

Beigetragen zum Bruch hat offenbar auch Kritik an OA-Chef Klaus Mangold. Ihm werden in Unternehmenskreisen „Leisetreterei“ und „Schönreden“ der Verhältnisse in Russland vorgeworfen. „Dabei verschlechtert sich die Lage in Russland seit eineinhalb Jahren ständig“, sagt ein deutscher Firmenvertreter. Außerdem seien alle von Mangold dort verfolgten „Leuchtturm-Projekte“ gescheitert. Auch Bundeskanzlerin Merkel mahnt von Russland „verlässliche Verträge“ an. In jüngster Zeit waren mehrere westliche Ölfirmen trotz bestehender Verträge unter Kreml-Druck geraten.

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