Dirk Elbers
CDU verstößt Düsseldorfs Verlierer-Bürgermeister

Die jüngsten Kommunalwahlen haben gezeigt: Die Union kann in Metropolen nicht mehr punkten. Dass nun auch die Landeshauptstadt Düsseldorf an die SPD verloren geht, sorgt für großen Unmut in der CDU.
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BerlinIm Bund Top, in Großstädten Flop: Angela Merkels Modernisierungskurs der vergangenen Jahre verfängt in den Metropolen nicht, die CDU verliert in den Großstädten weiter an Unterstützung: Nach dem Sieg der SPD in Düsseldorf, stellen die Christdemokraten in den zehn größten deutschen Städten nur noch einen Oberbürgermeister. Der Verlust Düsseldorfs schmerzt die CDU besonders.

Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet machte dem abgewählten Oberbürgermeister Dirk Elbers massive Vorwürfe. Elbers habe einen Ich-bezogenen Wahlkampf geführt und sich vom Landesverband nicht beraten lassen, kritisierte Laschet. Künftig wolle er nicht mehr zulassen, dass ein Kandidat Kommunalwahlen als Privatsache ansehe.

Elbers hatte häufig für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, unter anderem mit einer als arrogant empfundenen Abgrenzung Düsseldorfs von ärmeren Städten und einer Beleidigung des Ruhrgebiets. In einer Korruptionsaffäre konnte der 54-Jährige durch Zahlung einer Geldauflage Ermittlungen gegen sich beenden.

Elbers war bei der Stichwahl am Sonntag mit nur noch 40,8 Prozent der Stimmen überraschend deutlich abgewählt worden. Neuer Oberbürgermeister wurde der SPD-Politiker Thomas Geisel mit 59,2 Prozent.

Mit dem Gewinn Düsseldorfs setzt sich die Erfolgsserie der SPD in den großen Städten Deutschlands fort. Sozialdemokraten führen inzwischen 23 der 30 einwohnerstärksten Städte. Von den zehn einwohnerstärksten Städten werden neun von SPD-Oberbürgermeistern regiert, Stuttgart ist mit dem Grünen Fritz Kuhn die einzige Ausnahme. In Nordrhein-Westfalen haben neben Düsseldorf auch Köln, Dortmund, Essen und Duisburg einen SPD-Oberbürgermeister. Von den Top-30-Städten werden nur Dresden, Wuppertal, Münster, Augsburg, Mönchengladbach und Aachen von Unionspolitikern regiert.

Die CDU beginnt nun mit der Ursachensuche. Und das, obwohl die Bundesparteichefin Merkel schon seit Jahren ankündigt, die CDU werde wieder in den Großstädten punkten. Kommissionen tagten, Papiere wurden präsentiert - doch Erfolge blieben aus. „Das ist eine dauerhafte Herausforderung, sagte der frühere Parteigeneral Hermann Gröhe am Tag nach der Niederlage von Stuttgart vor zwei Jahren.

Gröhes Nachfolger als Generalsekretär, Peter Tauber, will nun in mangelndem Gespür für städtisches Lebensgefühl einen der Gründe für die Niederlagen bei den Kommunalwahlen ausgemacht haben. „Wir wissen natürlich, dass Großstädte für die CDU kein ganz einfaches Pflaster sind. Wir müssen uns noch stärker der Aufgabe widmen, das städtische Lebensgefühl überall richtig zu treffen“, sagte Tauber der Agentur dpa.

Kommentare zu " Dirk Elbers: CDU verstößt Düsseldorfs Verlierer-Bürgermeister"

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  • Diese CDU braucht im Grunde kein Mensch. Konservativen zu inks, den Sozis immer zu rechts, den Grünen kann man es sowieso nicht recht machen.

    Die einzige wirkliche Alternative AfD wird von der CDU unsinnigerweise verunglimpft.

    Diese Rechnung wird die CDU auch noch bezahlen müssen.

  • Diese CDU braucht im Grunde kein Mensch. Konservativen zu inks, den Sozis immer zu rechts, den Grünen kann man es sowieso nicht recht machen.

    Die einzige wirkliche Alternative AfD wird von der CDU unsinnergerweise verunglimpft.

    Diese Rechnung wird die CDU auch noch bezahlen müssen.

  • Ach ja: Despektierliches Bild vom Verlierer. Wenn der wirklich aussieht wie ein Frosch wenn’s donnert, hätt ich den auch nicht gewählt.

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