Dirk Niebel „FDP muss sich an den Piraten orientieren“

Entwicklungsminister Dirk Niebel hat seiner Partei empfohlen, sich an der Kampagne und dem Politikstil der Piratenpartei zu orientieren. Nach der FDP-Wahlniederlage müsse man zeigen, dass Politik Spaß machen kann.
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Dirk Niebel sieht die Piraten als Vorbild für die FDP. Quelle: ap

Dirk Niebel sieht die Piraten als Vorbild für die FDP.

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BerlinNach der Serie von FDP-Wahlniederlagen hat Entwicklungsminister Dirk Niebel seiner Partei empfohlen, sich auch an der erfolgreichen Piratenpartei zu orientieren. Sie solle stärker ihre Grundwerte wie etwa die bürgerlichen Freiheitsrechte herausstellen. „Dabei müssen wir uns auch den Erfolg der sogenannten Piratenpartei hier in Berlin vor Augen führen“, sagte Niebel dem „Hamburger Abendblatt“. „Die Freiheit des Individuums stand im Zentrum der Kampagne der Piraten.“

Niebel fügte hinzu: „Außerdem müssen wir uns den Politikstil der Piraten anschauen. Ein gewisses Maß an Spontaneität kann hilfreich sein.“ Angesprochen auf den umstrittenen Spaßwahlkampf 2002 mit dem „Projekt 18“ und dem „Guidomobil“ sagte er: „Ich glaube schon, dass wir die Menschen vor der Bundestagswahl 2002 mit Spontaneität und Lebensfreude angesprochen haben. Wir müssen zeigen, dass Politik auch Spaß machen kann.“

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hatte die FDP zuletzt 1,8 Prozent erreicht. Niebel warb um Geduld mit der neuen Parteiführung um Philipp Rösler. „Eine neue Führung braucht ihre Zeit, bis sie sich zurechtgerüttelt hat.“ Zugleich warnte er vor einer Diskussion um den Verbleib von Außenminister Guido Westerwelle im Amt. „Es gibt Dinge, die tut man einfach nicht.“

Die Piratenpartei befindet sich nach ihrem Wahlerfolg in Berlin auch bundesweit im Aufwind. Dem aktuellen „ZDF-Politbarometer“ zufolge kann sich fast jeder Fünfte zumindest theoretisch vorstellen, die Partei zu wählen. Allerdings würde es im Moment noch nicht für einen Einzug in den Bundestag reichen.
Die Piraten verzeichnen nach Angaben ihres Bundesvorsitzenden Sebastian Nerz momentan einen deutlichen Mitgliederzuwachs. Nerz sagte der Heidelberger „Rhein-Neckar-Zeitung“: „Wenn es so
weitergeht, werden wir in wenigen Tagen nach der Berlin-Wahl rund 3000 neue Mitglieder aufgenommen haben.“ Er kündigte an, dass die Partei „bei allen Landtagswahlen und auch bei der nächsten
Bundestagswahl antreten“ werde. „Unser Ziel ist der Einzug in den Bundestag 2013.“

  • dpa
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10 Kommentare zu "Dirk Niebel: „FDP muss sich an den Piraten orientieren“"

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  • Wenn eine Partei es nötig hat, sich an einer anderen zu orientieren hat das Sterbeglöcklein, wie jetzt bei der FDP schon lange angefangen zu läuten. Herr Niebel ist ein "Politiker", dem es an "politischem Instinkt" vollständig mangelt.
    Wir brauchen eine neue liberale Partei mit Positionen, wie sie etwa ein Herr Henkel vertritt.

  • Wer sieht mehr, ein Pirat oder Herr Niebel?

    Natürlich sie der Pirat mehr! Er sieht zwei Augen und Niebel nur eins.

  • Ist der Mann noch zu retten? Ausgerechnet er, der kaum durch besondere Kreativität aufgefallen ist, empfiehlt eine Orientierung an den Piraten. Kommte er mit dem Internet zurecht? Passt er in ein lockeres Outfit? Wenn ja, dann sollte er sich schnell eine Augenklappe besorgen.

  • Soso, wie will eine Partei, die Internetzensur und Vorratsdatenspeicherung vorantreibt, denn "ihre Grundwerte wie etwa die bürgerlichen Freiheitsrechte herausstellen"? Das würde mich mal interessieren..

  • Natürlich ist eine Partei erfolgreicher, wenn sie mit Einigkeit, Geschlossenheit, Team, Spass und Freude an der Sache auftritt.

    Nur leider war dies in der FDP in den letzten zwei Jahren in keinster Weise zu beobachten: da wurde gegen den im letzten Bundestagswahlkampf sehr erfolgreichen Ex-Vorsitzenden Westerwelle "bis aufs Messer" gemobbt und das hat der liberale Wähler deutlich mitbekommen. Warum sollten die liberalen Wähler noch die FDP wählen, wenn deren Spitzenmann von den eigenen Leuten gemobbt wird ? Und natürlich hatten die linken (taz, Spiegel, usw.) und konservativen Medien (FAZ, Welt, usw.) auch nichts besseres zu "tun", als ebenso gegen Westerwelle mit Hunderten von Artikeln anzuschreiben.

    Auf die erneute Frage eines Journalisten nach der Berlin-Wahl zu Westerwelle erklärte Rössler genervt, "ja selbstverständlich. Grossartig das sie es mitbekommen haben".

    Ich empfand als liberaler Wähler dieses stinkende Mediengeschreibe sowohl der Linken als auch Konservativen Medien als sehr nervend und abstoßende an den Medien; schlimmer aber noch war das Mobbing gegen Westerwelle in den eigenen Reihen, was der FDP bei den letzten Wahlen das "Genick gebrochen" hat.

    Wenn ein liberaler Wähler eines überhaupt nicht leiden kann, dann ist es das Mobbing in den eigenen Reihen und daher blieben dann auch die Wählerstimmen für die FDP aus.

    Bin gespannt, wie die FDP weitermachen will. Ob sie es doch noch irgendwann kapieren, das sie nur als Team gewinnen können.

    Und ebenso wird genau darauf geschaut vom liberalen Wähler, ob die Wahlversprechen zur Einkommenssteuer eingehalten werden. Bisher war dies nicht der Fall, was viele liberale Wähler enttäuscht hat. Das Thema der fehlenden Einkommenssteuerreform und Entlastung der Leistungsträger hängt der FDP wie ein Klotz am Bein und zieht diese Partei runter.

  • Piraten tragen eine Augenbinde, die FDP trägt aber zwei.Trotz dieser gewählten Sehschwäche wurde der Fühlungssinn aber gestärkt und die Kopftücher der Piraten
    als Blindenstock verwechselt.

  • Zu einer Partei, deren sogenannte hochrangige Politikerelite nachweislich zum Kreis der Plaggiateschreiber von Doktorarbeiten gehört, paßt genau dass, was Dirk Niebel von seinen Mitgliedern fordert. Dirk Niebel ein neuer Copy-Paste-Minister?

    "Kopiert den Politikstil anderer!"

    Eine erfolgreiche Partei zeichnet sich jedoch darin aus, dass sie in der Tat bei der Wahrheit bleibt und nachvollziehbare Konzepte auf den Tisch legt.

    Wer kopiert, hat weder Ideen noch versteht er überhaupt etwas von der Materie, über die er verhandelt oder schreibt.

    Dies ist eine Folge unseres Systems, wo selbst ein alterndes Väterchen plötzlich Wirtschaftsminister werden kann und dann mal eben seinen Posten an einen Milchbubi abgibt, nur weil der plötzlich Chef wird.
    Wirtschaftskompetenz? Fehlanzeige!
    Führungskompetenz? Fehlanzeige!

    Naja Herr Niebel, kopieren Sie mal ordentlich, solange Sie noch was kopieren können. Die Hürde liegt bei 5 Prozent und ob man die mit Kopieren erreicht, wagen wir zu bezweifeln.

    Byebye Herr Niebel!
    Byebye Milchbubis!
    Bybebye FDP!

  • Niebel wird nie und nimmner begreifen was die Piraten ausmacht: Es sind intelligente Leute, die sich unwissend stellen; vielfach vielleicht auch unwissend sind. Darin liegt der Reiz. Frau Pooth würde sagen: Da werden sie geholfen! Und der Wahlerfolg bestätigt das.
    Niebel und der wesentliche Teil der Eingesessenen haben ein erwiesenermaßen eingeschränktes Urteilsvermögen (durch Spenden z.B.), wollen aber alles besser wissen. Welcher Bürger ist nicht frustriert, wenn sein Anliegen nicht zur Kenntnis genommen und auf die bisher "großartigen" Leistungen der Politik verwiesen wird. Großartig sind wesentlich die Leistungsträger dieser Gesellschaft. Basta.

    Wie ist es um den Rechtsstaat und die Würde der Menschen bestellt, wenn sie vor dem Landgericht als Sache behandelt werden und sich durch einen Anwalt vertreten lassen müssen, der dann auch noch auf eine Vergleichsgebühr und auf eine weitere Instanz hinarbeitet? Ausgerechnet die FDP, die sich so sehr um die Freiheit der Bürger sorgt, versagt sich diesem Thema, wo doch einfach nur bei den Schweizern oder Skandinaviern (plagiatfrei) abgeschrieben werden kann.
    Die etablierten Parteien haben so sehr versagt, daß sie für die Piraten keine Gefahr bedeuten. Die Piraten können sich nur selbst schaden durch den Zustrom politischer Abenteurer und Begehrlichkeiten, die mit dem Erfolg entstehen.
    Übrigens: Der große Favorit im Berliner Wahlkampf, Die Freiheit, ist mit 1% sang- und klanglos untergegangen. Stadtkewitz hat sich mit seinen Besuchen in Israel und in den USA wohlmöglich schon als Staatsmann gesehen. Peng.

  • Die FDP hat es meiner Meinung nacht schlicht verpennt mit der Zeit zu gehen. Dazu gehört eben auch das Internet
    (Netzliberalität etc) was die Piratenpartei mit ihrem Programm momentan verköpert. Oder eben die Schaffung / Unterstützung mittelständischer Unternehmen im Berich
    Erneuerbarer Energien.
    Zur Zeit macht die FDP nichts anderes als ihr Koalitions-
    partner und unterstützt vorwiegend die Großindustrie.

    Eine dem Mittelstand dienende Partei die diesen nicht unterstützt ist überflüssig. Eine Überarbeitung des Programms wäre also dringend von Nöten. Besonders ein Schritt in die Zukunft, die bereits begonnen hat.

    Dann macht auch der FDP und ihren Wählern die Politik wieder Spaß.

  • Politik muß keinen Spaß machen !
    Wichtiger wäre es bei der Warheit zu bleiben,
    und dem Gemeinwohl zu dienen.

    Mfg
    Ein Bürger dieses Landes

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