Diskriminierende Offerte
13.000 Euro Entschädigung für Bewerberin

Weil ein Unternehmen nach einem „Geschäftsführer“ bloß in männlicher Form suchte, muss es eine abgelehnte Bewerberin entschädigen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe begründet dies mit geschlechtsbezogener Benachteiligung.
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KarlsruheWegen einer diskriminierenden Stellenanzeige hat das Oberlandesgericht Karlsruhe einer abgelehnten Bewerberin eine Entschädigung von rund 13.000 Euro zugesprochen. Die als Personalleiterin tätige Frau hatte sich auf eine Anzeige „Geschäftsführer gesucht“ beworben. Als ihre Bewerbung nicht berücksichtigt wurde, forderte sie Entschädigung wegen geschlechtsbezogener Benachteiligung.

Das OLG gab ihr recht: Der Begriff „Geschäftsführer“ sei eindeutig männlich und werde weder durch den Zusatz „/in“ noch eine Ergänzung „m/w“ erweitert, teilte das Gericht am Freitag mit. Deshalb habe die Bewerberin Anspruch auf Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Angemessen sei der Betrag eines Monatsgehalts, hier also rund 13.000 Euro. Der Betrag müsse auch abschreckende Wirkung haben, um Arbeitgeber künftig von ähnlichen Verstößen abzuhalten (Az. 17 U 99/10).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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