Diskussion um Bezahlung in Kitas
Schwesig will Lehrergehalt für Erzieher

Zuletzt standen manche Eltern mit den Kleinen vor verschlossenen Türen: Erzieher in vielen Betreuungseinrichtungen streikten für bessere Arbeitsbedingungen. Jetzt mischt sich Sozialministerin Schwesig ein.
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Berlin/ DüsseldorfBundessozialministerin Manuela Schwesig (SPD) hat deutliche Verbesserungen für Erzieher und Kinderpfleger bei den laufenden Tarifverhandlungen mit den Kommunen angemahnt. „Wir müssen langfristig die Löhne der Erzieherinnen und Erzieher auf das Niveau von Grundschullehrern anheben“, sagte Schwesig dem Deutschlandfunk. Man werde einen solchen Gehaltssprung nicht mit einem Mal machen können. Schwesig betonte aber, dass die Betreuung von Kleinkindern deutlich mehr Wertschätzung erfahren müsse. Laut einer Umfrage sind 76 Prozent der Kita-Mitarbeiter der Ansicht, dass ihre Arbeit nicht ausreichend gewürdigt wird.

Mit Warnstreiks wollen die Gewerkschaften in der kommenden Woche weiter Druck auf die Tarifverhandlungen für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst machen. Am Donnerstag steht in Hannover die vierte Gesprächsrunde an. Bereits in den vergangenen Wochen waren viele Kitas in mehreren Bundesländern geschlossen geblieben.

Für Mittwoch hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) Aktionen in allen großen Städten Nordrhein-Westfalens angekündigt. Einen Tag später sind Erzieher in Niedersachsen und Bremen dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit mehr als 220.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst eine höhere Eingruppierung und damit im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent. Sie begründet das mit gestiegenen Anforderungen. So halten einer Umfrage der Hochschule Koblenz unter 2000 Erziehern zufolge zwei Drittel von ihnen den Personalschlüssel für zu gering. Empfohlen sei ein Verhältnis von 1:3 zwischen Betreuern und Kindern bei unter Dreijährigen. In der Realität sei es aber meist ein Schlüssel von 1:7, sagte der Bildungsexperte Professor Wassilios Fthenakis.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Diskussion um Bezahlung in Kitas: Schwesig will Lehrergehalt für Erzieher"

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  • Das Problem des "Bildungswesens" lässt sich keineswegs auf den monetären Aspekt reduzieren.

    Systematisch gezüchtete Ignoranz und Inkompetenz gegen massiv zu Lasten der Lebensqualität im sozialen Miteinander. Es macht einfach keine Freude, von einem Heer Zombies umgeben zu sein.

  • @ Niccolo Machiavelli,
    warum so ernst?
    Wie leben in einer "parlamentarischen Demokratie" und dürfen alle vier bis fünf Jahre Personen/Parteien, die vor der Wahl Versprechungen abgeben die sie nach der Wahl nicht einhalten müssen, als unsere Vertreter in die Parlamente wählen.
    Diese Vertreter des Volkes sind lt. Grundgesetz bei Entscheidungen nur ihrem Gewissen verantwortlichund an keinerlei Weisungen gebunden.
    Mit dem Koalitionszwang wird das Grundgesetz bereits gebochen und der Bruch von allen Beteiligten akzeptiert.
    Damit haben wir doch de facto eine "Oligarchie der Parteien" und damit eine "Herrschaft Weniger" die zudem ohne Beteiligung des Volkes zuistande gekommen ist.
    Nun muss eine solche Diktatur nicht in jedem Fall zum Nachteil des Volkes sein, aber sie kann es sein!!!!!
    Damit wären wir bei der "billigen Arbeitskraft" die uns auf der anderen Seite offensichtlich mehr kostet als sie definitiv erbringen kann.
    Das ist das Problem und das keinesfalls nur im Bildungswesen.

  • Machen wir uns nichts vor. Die meisten Lehrer stehen völlig neben dem wahren Leben. Sie sind nicht viel mehr als Erfüllungsgehilfen eines monströsen Systems, welche nicht die Schüler auf die realen Anforderungen des Lebens vorbereitet, sondern ihnen eine Gehirnwäsche verpasst, sie dressiert und abrichtet.

    Dieses teure Bildungssystem, das keines ist, sollte besser komplett in der Versenkung verschwinden, da es die Schüler nur traumatisiert, anstatt sie zu fördern.

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