Diskussion um Körperkameras
Polizeigewerkschaften für eingeschränkten Einsatz

„Bodycams“ für die Polizisten in North Charleston: Nach dem neuesten Fall tödlicher Polizeigewalt will die US-Stadt die Polizeiarbeit transparenter machen. In Deutschland gibt es Modellversuche dazu – mit anderen Zielen.
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BerlinDie Polizeigewerkschaften sprechen sich für einen eingeschränkten Einsatz von Körperkameras in Deutschland aus. „Wir glauben nicht, dass es richtig wäre, jeden Polizisten mit einer solchen Kamera auszurüsten“, sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den jüngsten Fall von Polizeigewalt in den USA. Das sei auch nicht im Sinne der Bürger. Schließlich werde mit „Bodycams“ nicht nur das Handeln der Polizisten gefilmt, sondern auch das der Bürger.

In der US-Stadt North Charleston hatte vergangenes Wochenende ein Polizist einem flüchtenden Schwarzen mehrfach in den Rücken geschossen und ihn tödlich verletzt. Ein Passant filmte die Tat zufällig mit seinem Handy. Der Vorfall sorgt in den USA für hitzige Diskussionen. Die Stadt will ihre knapp 350 Polizisten nun mit Körperkameras ausstatten, um deren Arbeit transparenter zu machen.

In Deutschland gibt es in mehreren Städten Modellversuche, bei denen Polizisten in bestimmten Gebieten mit kleinen Kameras auf der Schulter auf Streife gehen. In Hessen etwa stehen 72 Kamerasysteme dafür zur Verfügung. Ihr Einsatz ist auf konkrete Anlässe wie Personenkontrollen oder Streitschlichtungen begrenzt.

Die Kameras können durch einen Knopfdruck auf einer Fernsteuerung am Arm eines Beamten angeschaltet werden. Es dürfen Bilder, aber kein Ton aufgezeichnet werden. Außerdem ist auf den Westen der Beamten vorne und hinten „Videoüberwachung“ zu lesen.

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„Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse“

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