Diskussion um Schmähvideo: Wallraff fordert weitere Mohammed-Karikaturen

Diskussion um Schmähvideo
Wallraff fordert weitere Mohammed-Karikaturen

Günther Wallraff spricht sich für weitere Mohammed-Karikaturen aus. Sie seien eine „Demonstration von Freiheit“. Am Samstag wollen Muslime in Deutschland erneut gegen eine Ausstrahlung des Schmähvideos protestieren.

Berlin/IslamabadDer Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff hat zur Veröffentlichung weiterer Mohammed-Karikaturen aufgerufen. „Solange sich nur einzelne Individuen oder Medien an dieser Demonstration von Freiheit beteiligen, wird nicht viel erreicht“, sagte Wallraff dem „Tagesspiegel“ vom Samstag. Zeitungen, Illustrierte und Magazine müssten überschwemmt werden mit Karikaturen zu allen Religionen, sagte Wallraff. „Das wäre eine deutliche Botschaft.“ Sich angesichts der Proteste gegen Mohammed-Darstellungen wegzuducken, sei genau der falsche Weg, sagte Wallraff. Damit würden diejenigen ermutigt, die mit „Drohungen, Einschüchterungen und mordlüsternen Aktionen Terrain gewinnen wollen.“

In Deutschland wollen Muslime heute (Samstag) erneut gegen das islamfeindliche Schmähvideo auf die Straße gehen. Demonstrationen, die sich gegen eine öffentliche Vorführung des Films in Deutschland richten, sind in Karlsruhe und Dortmund angemeldet. Bereits am Freitag hatten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen insgesamt rund 1600 Menschen gegen die Beleidigung des Propheten demonstriert. Während die Proteste hierzulande allesamt friedlich blieben, kam es in mehreren islamische Ländern erneut zu Gewaltausbrüchen. Allein in Pakistan starben 16 Menschen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kritisierte die Gewalt im Namen der Religion. „Die größte Beleidigung für eine Religion ist es, in ihrem Namen Gewalt auszuüben. Deswegen müssen wir uns gemeinsam gegen die islamistische Terrorideologie wehren: selbstbewusst und mit einem klaren Bekenntnis zu unseren freiheitlichen Werten“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Samstag).

Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) forderte in dem Blatt, die Ausstrahlung des islamfeindlichen Videos in Deutschland zu verbieten. „Wir sollten nicht zusätzlich Öl ins Feuer gießen“, sagte er. „Derjenige, der sich in dieser Frage auf grenzenlose Meinungsfreiheit beruft, hat keine Ahnung, welche Konflikte dadurch noch provoziert werden können.“

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Zwölf Menschen bei Krawallen in Pakistan getötet

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