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DIW-Chef zur Euro-Krise: „Lohnzurückhaltung wäre volkswirtschaftlicher Unsinn“

Angesichts der Ungleichgewichte in der Euro-Zone plädiert DIW-Chef Gert Wagner für höhere Löhne in Deutschland. Die Lohnpolitik müsse sich am volkswirtschaftlichen Verteilungsspielraum ausrichten.

Gert Wagner, Vorstandsvorsitzender des DIW. Quelle: Reuters
Gert Wagner, Vorstandsvorsitzender des DIW. Quelle: Reuters

BerlinDas Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält im neuen Jahr eine Zurückhaltung bei Lohnerhöhungen als Reaktion auf die Euro-Schuldenkrise nicht für notwendig. Der DIW-Vorstandsvorsitzende Gert Wagner sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Lohnpolitik sollte sich „am volkswirtschaftlichen Verteilungsspielraum ausrichten“. Er halte Lohnabschlüsse „von im Schnitt gut drei Prozent“ für möglich.

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Wagner fügte hinzu: „In manchen Branchen kann es auch deutlich mehr sein, in anderen Wirtschaftszweigen weniger.“ Insgesamt wären Lohnabschlüsse am besten, „die sich an den Produktivitätsfortschritten und der Teuerung auf mittlere Sicht orientieren und nicht dem konjunkturellen Auf und Ab nachrennen“.

Wagner mahnte: „Gerade wegen der Eurokrise wäre es volkswirtschaftlicher Unsinn, zur Lohnzurückhaltung aufzurufen.“ Deutschland müsse seine Binnennachfrage stärken. Wagner erläuterte: „Nur so kommen wir einer ausgeglichenen Leistungsbilanz näher - und das würde mit dazu beitragen, aus der Eurokrise herauszukommen.“ Die jahrelang schwache Lohnentwicklung hierzulande habe „zu den außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten beigetragen, die nun die Eurozone in die Krise gebracht haben“.

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Der DIW-Vorstandsvorsitzende betonte: „Man kann Griechenland zu Recht dafür kritisieren, dass das Land über seine Verhältnisse gelebt hat. Deutschland hat aber unter seinen Verhältnissen gelebt.“ Denn wegen der „immer ungleicheren Verteilung der Einkommen und Vermögen“ sei der private Konsum schwach geblieben - „und es lohnte sich deshalb auch immer weniger, in Deutschland zu investieren“.

Wagner fügte hinzu: „Entsprechend floss das Geld ins Ausland ab - und hat dort die Krise mit verursacht, indem es in Griechenland zu einem aufgeblähten Staatssektor und in Spanien zu einer riesigen Immobilienblase geführt hat, deren Platzen jetzt die Arbeitslosigkeit auf fast 25 Prozent hochgetrieben hat.“

  • 29.12.2011, 07:02 UhrErnst

    @ Novaris
    "Fakt ist : Zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen werden aufgrund des technischen Fortschritts immer weniger Menschen benötigt."

    Sehr richtig, deswegen plädiere ich ja auch für eine Förderung einer breite Beteiligung aller Arbeitnehmer am Produktivkapital. Aber nicht in dem Sinn, damit an der Börse Roulette zu spielen, sondern um aus den Kapitalerträgen dauerhafte Einkommen zu erzeugen.

    In der Welt der Zukunft werden noch mehr Maschinen (Kapital) die menschliche Arbeit übernehmen. Ob nun qualifiziert oder nicht, es werden kaum noch Menschen in der Produktion benötigt.

  • 29.12.2011, 01:14 UhrAnonymer Benutzer: stupid

    Aha… ein Fachmann,
    eine Koryphäe,
    eine echte Leuchte…

    Komisch,
    dieser Blödsinn kommt immer wieder an.

    Jedes Jahr darf mal ein anderer
    den Dicken heraushängen lassen.

    So ein dummes Gesülze.

  • 28.12.2011, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: Novaris

    @margrit117888
    Die Unternehmen mit hoher Produktivität zahlen in der Regel ihren Angestellten/Arbeitern hohe Löhne/Gehälter , aber durch den Einsatz von Kapital eben nur Wenigen und diese Unternehmen haben zusätzlich - in Befolgung der "Rooseveltschen Empfehlung" - die Möglichkeit, außer Landes zu gehen.
    Der Artikel des DIW behandelt Symptome des bestehenden Wirtschaftssystems.
    Fakt ist : Zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen werden aufgrund des technischen Fortschritts immer weniger Menschen benötigt
    und diese Wenigen zeichnet in der Mehrzahl eine qualifizierte bis hochqualifizierte Ausbildung aus.
    Wenig- oder Geringqualifizierte, die Mehrzahl, muß sich mit geringen Verdiensten oder der Arbeitslosigkeit auseinandersetzen.
    Das wird nicht ohne Konsequenzen bleiben.
    Das kapitalistische System ist aufgrund seiner Effizienz durchaus in der Lage, die Bedürfnisse einer Weltbevölkerung von derzeit 7 Milliarden Menschen (Zuwachs : alle 12 Jahre ca. 1 Milliarde)zu befriedigen, aber funktioniert die Verteilung des Erwirtschafteten?
    Diese gerechte Verteilung auf dem Planeten "Erde" zu organisieren, m u ß die Aufgabe der Zukunft sein.


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