DIW-Innovationsindikator
Deutschland verliert an Innovationskraft

Nur noch Mittelmaß: Der Innovationsindikator des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sieht Deutschland in einem Vergleich von siebzehn Industrie-Staaten nur noch auf Platz acht. Das größte Problem des Exportweltmeisters ist das Bildungssystem.

BERLIN. Die Innovationskraft Deutschland hat nachgelassen - der Abstand zu den innovativsten Nationen Schweden, USA und Schweiz hat sich vergrößert. Das ergab der vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erstellte Innovationsindikator, der dem Handelsblatt vorliegt und bereits zum vierten Mal die Fähigkeit zur technologischen Erneuerung von 17 führenden Industrieländern vergleicht.

Zurückgefallen ist Deutschland danach vor allem bei der Bildung. Hier sehen die Ökonomen des DIW die "zentrale Schwäche". Unter dem Strich erreicht Deutschland in dem Indikator Rang acht. Am Ende der Skala stehen Spanien und Italien. Das von Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Telekom-Stiftung in Auftrag gegebene Ranking wird heute offiziell präsentiert.

Beim Einzelindikator Bildung ist Deutschland gegenüber den Vorjahren noch weiter abgerutscht und erreicht jetzt nach Rang 13 nur noch Platz 15. Als größtes Manko sehen die Forscher den Mangel an akademischem Nachwuchs. Nur in Österreich hätten noch weniger junge Menschen einen Hochschulabschluss. Das Problem ist zwar erkannt - Bund und neuerdings auch die Länder sind sich einig, dass die Akademikerquote auf 40 Prozent eines Jahrgangs steigen soll.

Es ist aber zweifelhaft, ob es gelingt, genügend Nachwuchs bis zur Hochschulreife zu führen und von den Vorteilen einer akademischen Ausbildung zu überzeugen. Bei der Bildungsqualität in Schulen und Hochschulen konnte Deutschland immerhin einen Platz gutmachen und liegt jetzt auf Rang elf.

Das DIW geht fest davon aus, dass Deutschland das Lissabon-Ziel nicht mehr erreichen kann. Danach sollten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den EU-Staaten bis 2010 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Die Bundesregierung hält bisher offiziell daran fest, obwohl der Wert seit Jahren bei weniger als 2,6 Prozent stagniert.

Neben den zu geringen Forschungsausgaben bei Unternehmen und Staat sei auch die Zahl der Forscher zu gering, moniert der Bericht. Fördermaßnahmen wie die Hightech-Strategie des Bundes, der Hochschulpakt oder die Exzellenzinitiative kämen "zu spät oder zu zögerlich".

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