DIW-Studie
Familiensplitting belohnt nur Besserverdiener

Die angedachte Reform des Ehegattensplittings zu einem Familiensplitting bringt einer Studie zufolge vor allem Paaren mit höheren Einkommen finanzielle Vorteile. Im unteren und mittleren Einkommensbereich würden Familien selbst mit mehreren Kindern dagegen überhaupt nicht profitieren. Zudem würden kaum Ehefrauen zur Berufstätigkeit ermuntert.

HB BERLIN. Die von der CDU angedachte Reform des Ehegattensplittings zu einem Familiensplitting würde einer DIW-Studie zufolge ärmeren Familien mit mehreren Kindern keine Steuerentlastung bringen. „Die Einführung eines Familiensplittings würde vor allem Familien im obersten Einkommensbereich steuerlich entlasten und wäre kaum ein Anreiz für verheiratete Frauen, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen“, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bei der Präsentation der Studie mit.

Damit fielen bei einem solchen Wechsel für den Staat kaum zusätzliche Steuereinnahmen an. Grund für die geringe Anreizwirkung sei, dass bei allen untersuchten Varianten des Familiensplittings wie schon beim Ehegattensplitting die Besteuerung von zusätzlichen Einkünften des Zweitverdieners relativ hoch bleibe.

„Je nach Reformmodell würden lediglich sehr gut verdienende Ehepaare mit drei oder mehr Kindern monatlich um bis zu 830 Euro entlastet.“ Im unteren und mittleren Einkommensbereich würden Familien selbst mit mehreren Kindern dagegen überhaupt nicht profitieren.

Das 1958 eingeführte Ehegattensplitting kostet den Staat jährlich mehr als 20 Milliarden Euro Einnahmen. Am Ehegattensplitting wird immer wieder kritisiert, dass es unverheiratet Paare benachteilige und ein Grund für die geringe Erwerbstätigkeit verheirateter Frauen sei. Zudem wird bemängelt, dass die Ehe und nicht Kinder gefördert werden.

Besser, wenn die Frau zu Hause bleibt

Beim Splitting (Aufteilen) addiert der Fiskus die Einkommen der Eheleute und verteilt sie zu gleichen Teilen. Am größten ist der Steuervorteil, wenn ein Partner viel und der andere gar nichts verdient. Es begünstigt also vor allem besser verdienende Paare, bei denen die Frau zu Hause bleibt. Kritiker monieren, dass die Regelung nicht mehr zeitgemäß sei, weil sie die Einverdiener-Ehe bevorzuge und andere Lebensgemeinschaften überhaupt nicht berücksichtige.

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