DIW zur Zuwanderung
Seehofer-Pläne gefährden Deutschlands Zukunft

Die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einer Zuzugsbegrenzung für Türken und Araber stößt bei Arbeitsmarktexperten auf deutliche Vorbehalte. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, warnte vor den ökonomischen Folgen bei einem Zuwanderungsstopp.
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DÜSSELDORF. „Die vorgeschlagene Begrenzung der Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen ist kurzsichtig und wirklichkeitsfremd“, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. „Diese Diskussion erschwert die dringend nötigen Integrations- und Zuwanderungsbemühungen.“ Seehofer setzt mit seiner Ausgrenzungsstrategie nach Überzeugung des DIW-Chefs zudem die wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel. „Wer bei der Zuwanderung auf ein großes Wanderungspotenzial und eine ausreichende Wanderungsbereitschaft aus dem europäischen Raum setzt, spekuliert mit der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands“, sagte er. Die Ausgrenzung anderer Kulturen sei daher das falsche Signal. „Wir brauchen langfristig viele Fachkräfte auch von außerhalb Europas und müssen uns deshalb in den Dialog mit fremden Kulturkreisen bewegen.“

Zimmermann plädierte in diesem Zusammenhang für einen EU-Beitritt der Türkei. „Die baldige Aufnahme der Türkei in die Europäische Union und die schrittweise Öffnung der Grenzen würde ein richtiges Signal des Ausgleichs darstellen“, sagte er. Diese würde nicht nur eine Rückwanderung türkischstämmiger Bevölkerung erleichtern, sondern auch neue Zuwanderung von Fachkräften nach Europa und Deutschland ermöglichen. „Denn Fachkräftewanderungen sind durch ein ständiges Kommen und Gehen geprägt, die sich an den Arbeitsmarktbedingungen orientieren“, erläuterte der DIW-Chef. Daher sollte es „wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräften überlassen bleiben, eine gesunde Balance der Bevölkerungsstrukturen zu finden, die keinesfalls rein politisch vorgegeben werden kann“.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, plädierte dafür, gezielt um hoch qualifizierte Zuwanderer zu werben - ohne die Herkunft zum Maßstab zu machen. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich forderte dagegen, europäischen Fachkräften Vorrang zu geben, da sie „leichter integrierbar“ seien.

Nach Überzeugung von Weise ist eine gesteuerte Einwanderung ausländischer Spitzenkräfte unumgänglich, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Forderung der Union, entsprechendes Personal in erster Linie aus den bestehenden Langzeitarbeitslosen zu rekrutieren, bezeichnete der BA-Chef als unrealistisch. „Fachkräfte für sehr qualifizierte Jobs sind aus dieser Gruppe kaum zu gewinnen“, sagte Weise der „Süddeutschen Zeitung“. Nötig sei stattdessen „eine gesteuerte Zuwanderung, etwa mit Hilfe eines Punktesystems wie in Kanada“. Der Arbeitsmarktexperte stellte sich damit hinter eine entsprechende Forderung der FDP. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) macht sich bereits seit längerem für ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild stark. Die Union hat dagegen erhebliche Vorbehalte.

Seehofer hatte gesagt, „dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun“ mit der Integration. Daraus ziehe er „den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen“.

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Kommentare zu " DIW zur Zuwanderung: Seehofer-Pläne gefährden Deutschlands Zukunft"

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  • Man kann das Gefasel von der Fachkräftelüge nicht mehr hören.
    Ordentliches Schulsystem, anständige Löhne und schon gibt es Fachkräfte ohne Ende.
    Die Menschen arbeiten noch zuhauf bei Sklavenhändlern, auch hochqualifizierte. Mit entsprechenden Gehältern kann man die sofort bekommen.

  • Die Zuwanderung gefährdet Deutschlands Zukunft!

    1 billion Euro deutscher Steuergelder hat uns die Masseneinwanderung schon gekostet, und 1 billion Euro sind schon heute fest eingeplant um die Folgelasten der gescheiterten Einwanderung zu finanzieren.

  • Der Präsident des Deutschen instituts für Wirtschaftsforschung (DiW), Klaus Zimmermann, warnte vor den ökonomischen Folgen bei einem Zuwanderungsstopp.

    H. Zimmermann hat noch immer nicht zur Kenntnis genommen, das 70 % der Deutschen H. Sarrazin zustimmen!
    Die demokratischen Parteien haben das ohne Wenn und Aber zu akzeptieren- oder müssen die erst noch aus dem bundestag gejagt werden?!
    Alle Macht geht doch vom Volke aus – oder?

    ist H. Zimmermann wirklich so blöd und will das Tausende neuer Türken, Araber usw. zusätzlich in unsere Sozialkassen wandern, obwohl viele hier lebende schon in der 3. und 4. Generation von Transferleistungen leben!
    Zu den nicht mehr finanzierbaren integrationskosten kommen insbesondere hohe Kosten durch laufende Kriminalität für:
    Polizei, Staatsanwälte, Dolmetscher, Rechtsanwälte Gerichte und Gefängnisse auf Kosten der deutschen Steuerzahler.
    Anstatt weitere Zuwanderung sollte eine rigorose Ausweisung aller erfolgen, die unserem Staat auf Dauer nur auf der Tasche liegen und in irgendeiner Weise schaden!

    Die Dummquatscher„ Zimmermänner“ und insbes. die „Grüne Migrantenpartei“ sollten für jeden die Kosten übernehmen, die hier einwandern und dann nicht von ihrer „legalen Arbeit“ leben können!
    Wetten, dass die als erstes einen Zuwanderungsstopp fordern würden !!
    Wenn jährlich einhundert Tausend deutsche Facharbeiter mit ihren Familien ins Ausland gehen, dann muss das Ziel sein diese hier zuhalten, weil wir sie dringend brauchen!!
    Aber das stellen die „Zimmermänner und Co.“ nicht zur Diskussion!

    Hinweis:
    Der großer Erfolg der Grünen sind nicht nur die Politiker Trittin und Künast usw., sondern vor allem die Partei selbst, die „die“ verkappte Migrantenpartei ist.

    Da bei uns die Migranten sehr stark zunehmen:
    a) durch weitere Zuwanderung und
    b) durch die Parole „mit den Leibern unsere Frauen werden wir siegen“!,
    ist es nur eine Frage der Zeit, wann die „Grünen“ die stärkste Partei überhaupt sind!
    Es sei denn:
    Das sich eine eigene Migrantenpartei bildet und den Altdeutschen „ihre Demokratie“ der Muslime diktiert, dann werden die „Grünen“ wieder in der Versenkung versinken!
    tt

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