„Döner-Morde“
Polizei prüft Verbindung zu Bombenterror in NRW

Der Terrorverdacht um eine offenbar rechtsradikale Gruppe mutmaßlicher Mörder konkretisiert sich immer weiter, Verbindungen zu Bombenanschlägen werden geprüft. Politiker warnen vor einer neuen Dimension rechter Gewalt.
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Essen/DüsseldorfNach der spektakulären Wende im Fall der Polizisten- und Döner-Morde prüfen Ermittler in ganz Deutschland nun mögliche Verbindungen zu ungeklärten Anschlägen. Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitag die Ermittlungen übernommen und geht von rechtsextremen Tätern aus. Zuvor war die Tatwaffe aus den sogenannten Döner-Morden bei dem Bankräuber-Trio aus Sachsen gefunden worden, das auch für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn vor viereinhalb Jahren verantwortlich gemacht wird. Die zwei Männer sollen sich vor einer Woche selbst erschossen haben, ihre Komplizin stellte sich danach der Polizei.

Die Ermittler untersuchen nun unter anderem mögliche Verbindungen zu Anschlägen in Nordrhein-Westfalen. „Wir prüfen auch, ob in diesem Zusammenhang weitere Straftaten in NRW begangen worden sind“, sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD). Nach Informationen der „Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“ (Samstagsausgabe) geht es dabei um einen Nagelbombenanschlag in einer überwiegend von Türken bewohnten Straße in Köln im Jahr 2004 sowie um einen Anschlag auf jüdische Aussiedler an einer S-Bahn-Haltestelle in Düsseldorf im Jahr 2000. „Wir gehen allen Hinweisen nach“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums zu dem Bericht. „Wir müssen die Hintergründe sorgfältig aufklären, aber was wir bisher wissen, ist in seinem Ausmaß erschütternd“, sagte wiederum Jäger den Zeitungen. „Aus Rechtsextremisten sind Terroristen geworden.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, rief zu einem verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus auf. „Der Fall zeigt, dass wir leider noch immer gewaltbereite Rechtsradikale in Deutschland haben“, sagte Oppermann der Zeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe). „Wir müssen weiter daran arbeiten, jeder Form von Rechtsextremismus und Fremdenhass den Nährboden zu entziehen.“ Die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagsausgabe) zitierte dagegen Sicherheitskreise mit der Aussage, es gebe bislang keinerlei Hinweise dafür, dass sich hierzulande Rechtsextreme nach dem Vorbild etwa der
Roten Armee Fraktion (RAF) zu ideologisch motivierten schweren Gewalttaten zusammengeschlossen hätten. „Wir haben bislang überhaupt keine Anzeichen für einen solche strukturelle Gruppe“, hieß es. So sei kein Fall bekannt, in der rechtsextremistische Gewalttäter beispielsweise mit Banküberfällen Geld verschafft hätten, um aus ideologischen Gründen zu morden. Die Zusammenhänge zwischen dem Mord an der Polizistin und den Dönerbuden-Morden seien bislang „absolut mysteriös“.

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    Ich muß mich korrigieren,
    ich brauche euch nicht mehr. Und im Kapitalismus gibt es den Begriff Dankbarkeit nicht.
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    Hört doch endlich auf mir Hass zu unterstellen.
    Ich kann euer Volk nicht hassen, ich gehe schließlich mit einer von euch ins Bett, jeden Abend.
    Es ist eher 90% Bedauern und nur 10% Hass. Ihr könnt mir nichts anhaben und deshalb kann ich auch keinen Hass aufbringen. Hass können nur die aufbringen, denen ihr euch gegenüber versündigt habt. Damit sind auch viele meiner eigenen Landsleute gemeint.
    Worst Case wäre ein Meuchelmord den ich zu befürchten hätte. Aus eurerseitigem Hass und als zufälliges Opfer, oder welche Bevölkerungsgruppe hat aufgrund von Hass in diesem Land mehr Opfer zu beklagen?
    Wenn ihr mir wirklich was anhaben köntet, würde ich so über euch her ziehen können?
    Das schlimmste was ich zu befürchten hätte wäre wohl eine Ausweisung, aber den Gefallen könnt ihr mir scheinbar mangels Kapital nicht erfüllen. Ihr könnt euch gar nicht leisten solche wie mich gehen zu lassen, um es mal überheblich auszudrücken. Dann bleibt mir nichts anderes übrig als mich auf neue Pfade zu begeben. Für euch kostspielige Pfade. Das habe ich euch schon einmal geschrieben, von nun an werde ich richtig teuer. Ihr wolltet mich nicht, also verzichtet bitte auf mich. Nehmt die, die sich euch freiwillig anbieten. Das Leben ist eben nicht immer ein Wunschkonzert, es ist noch nicht einmal eine Pralinenschachtel.

    Auch wenn sie es nicht akzeptieren wollen, ich brauche euch weniger als ihr mich.
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  • Das Argument der Straße, wie lieblich. Sie hassen so viele Menschen, dass es ein armseeliges, trauriges Leben sein muss, dass Sie führen. Was auch immer Sie zu dem machte, was Sie sind, es ist bedauerlich, genau so wie Ihre pseudo-nietzscheanischen Redewendungen.

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