Döring vs. Rösler
Gefährlicher Sprengsatz für den FDP-Chef

Neues Ungemach für die Liberalen: In ungewöhnlich deutlichen Worten giftet der neue Generalsekretär Döring gegen Parteichef Rösler. Die FDP-Zentrale ist alarmiert. Denn die Suada war nicht autorisiert.
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HamburgEigentlich sollte das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP an diesem Freitag in Stuttgart ein Befreiungsschlag für die Liberalen werden. Doch nun droht genau das Gegenteil. Grund ist ein Porträt des designierten FDP-Generalsekretärs Patrick Döring in der Illustrierten „Stern", in dem Döring mit Sätzen wiedergegeben wird, die wenig schmeichelhaft für Parteichef Philipp Rösler sind. Döring hält Rösler demnach für einen „Wegmoderierer“ und für „keinen Kämpfer“.

In der FDP-Zentrale in Berlin ist man alarmiert. Die Zitate seien nicht autorisiert, sagte ein Sprecher Handelsblatt Online. „Döring hatte aber um Autorisierung gebeten." Wie auch immer die Sache gelaufen ist, ob der „Stern"-Autor nichts mit Döring abgestimmt hat oder nicht, dass die Sätze so gefallen sind ist wahrscheinlich. Damit bereitet Döring der FDP wieder einmal Schlagzeilen, die sie derzeit nicht brauchen kann..

Da nützt es auch wenig, dass der designierte FDP-General sine Äußerungen über Rösler kurz darauf relativiert, aber eben nicht dementiert. Der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Döring am Mittwoch nun: „Ich habe da nichts anderes gesagt als zuvor auch: Wir haben in der FDP-Führung unterschiedliche Temperamente, Stile und Tonalitäten. Und das ist gerade gut so.“ Rösler sei „ein hervorragender Vorsitzender, aber vom Stil her eben kein Raufbold, sondern in erster Linie Stratege, auch Motivator und Moderator“. Das sei seine Stärke.

Döring bestritt allerdings die Darstellung im „Stern“, er habe seinem Vorgänger Christian Lindner unterstellt, mit seinem Rücktritt einen Putsch gegen Rösler erzwingen zu wollen. Er habe lediglich verschiedene Motive für Lindners Rücktritt darlegen wollen, die in der Partei diskutiert würden. „Ich habe mir aber ausdrücklich keine der verschiedenen Deutungen zu eigen gemacht.“ Weshalb sein Vorgänger im Amt des Generalsekretärs gegangen sei, „weiß nur Christian Lindner allein“.

In dem Döring-Porträt liest sich das allerdings so: Döring tritt darin gegen seinen Vorgänger Lindner nach, indem er ihm vorwirft, vom Amt des Generalsekretärs nur deshalb zurückgetreten zu sein, um dadurch zügig FDP-Chef werden zu können, dürfte die desaströse Lage, in der sich die FDP befindet, kaum verbessern. „Er hat geglaubt, dass die Lage (...) so instabil ist, dass Philipp Rösler zurücktreten muss und dass die Partei ihn, den großen Intellektuellen, dann ruft“, poltert Döring gegen Lindner.

Lindner war Mitte Dezember zwei Tage vor dem für die FDP heiklen Mitgliederentscheid zum Europäischen Rettungsschirm ESM zurückgetreten, dessen Ergebnis zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war. Lindners Abgang „haben alle brandbeschleunigend empfunden, auch die ihm menschlich näher stehen“, so Döring.

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Döring setzt auf Leidenschaft in der Politik

Kommentare zu " Döring vs. Rösler: Gefährlicher Sprengsatz für den FDP-Chef"

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  • @ ihr

    stimmt genau, was die FDP mit Freiheit meinte, war die Freiheit andere ausbeuten zu dürfen, ohne lästige staatliche Regeln

  • @ Ex-FDPler

    Ich würde sagen dahingerafft hat sie die Tatsache, dass die FDP niemandem nützte außer irgendwelchen Lobbygruppen, denen sie willig zu Diensten war.

    Und dann war da noch die Sache mit der Freiheit ... Freiheit ist heute unerwünscht, das dumme Volk soll nach Sicherheit und einem starken Staat gieren, so wollen es die (wahrhaft) Mächtigen ..

  • FDP? Was für eine FDP??

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