_

Dokumentation: Mehdorns Rücktritts-Rede im Wortlaut

Bahnchef Hartmut Mehdorn hat im Zuge der Daten-Affäre bei der Bahn am Montag in Berlin seinen Rücktritt angeboten. Im Folgenden die letzte Passage seiner Erklärung.

Bahnchef Mehdorn: "Eine tolle Zeit". Quelle: ap
Bahnchef Mehdorn: "Eine tolle Zeit". Quelle: ap

„Meine Damen und Herren, wir befinden uns derzeit am Beginn einer schweren, weltweiten Wirtschaftskrise, die auch für die DB AG und ihre Mitarbeiter gravierende Auswirkungen haben wird. Sie haben dies an den Trends für 2009, die ich Ihnen soeben vorgestellt habe, bereits sehen können.

Anzeige

Es ist für mich sehr bedrückend, dass sich Eigentümer, Mitarbeiter und Management, jetzt nicht mit aller Kraft auf die Lösung der sich daraus ergebenden Probleme konzentrieren können. Unsere Arbeit der letzten Jahre hat bewiesen, dass dieser Vorstand das Unternehmen und sein Geschäft versteht und deshalb gerade jetzt zur Gestaltung und Zukunftssicherung in schwierigen Zeiten gefragt ist.

Sie wissen, wir erleben die schlimmste Rezession in der Nachkriegsgeschichte. Keine Frage, ein Führungswechsel ist in solch schwieriger Lage nicht ohne zusätzliches Risiko. Aber das - meine Damen und Herren - müssen andere verantworten.

Ich habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden daher die Auflösung meines Vertrages angeboten. Ich werde mit ihm die Einzelheiten noch in dieser Woche besprechen. Ich gehe davon aus, dass der Aufsichtsrats-Vorsitzende noch vor der Sommerpause einen Nachfolger präsentieren wird.

Gestatten Sie mir abschließend noch einige persönliche Anmerkungen: Meine fast zehn Jahre bei der Bahn waren eine tolle Zeit. Manchmal ein wenig verrückt. Immer aufregend. Vor allem die Zusammenarbeit mit den Menschen hat mich stets angetrieben. Wir Bahner haben in dieser Zeit gemeinsam unheimlich viel erreicht. Das hätte uns Ende 1999, als ich zur DB kam, wirklich niemand zugetraut.

Darauf blicke ich mit Dankbarkeit und auch einem gewissen Stolz zurück. Ich danke Ihnen, dass sie mir zugehört haben.“

  • Die aktuellen Top-Themen
Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

IWF-Chefin wird deutlich: Lagarde zeigt wenig Mitleid für die Griechen

Lagarde zeigt wenig Mitleid für die Griechen

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, hält den Druck auf Griechenland für angemessen. Ihr Ratschlag an die Griechen: „Sie sollten sich alle zusammen selber helfen, indem sie ihre Steuern zahlen.“

Afghanistan: Acht Zivilisten bei Nato-Angriff getötet

Acht Zivilisten bei Nato-Angriff getötet

Ein Nato-Angriff hat in Afghanistan offenbar eine ganze Familie ausgelöscht. Sechs Kinder und deren Eltern sind laut der Provinzregierung ums Leben gekommen. Am Vortrag gab es bereits tödliche Gefechte mit der Taliban.