Dokumentation
Wie Jung seinen Rücktritt begründete

Nach 31 Tagen im Amt hat Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) am Freitag in Berlin seinen Rücktritt erklärt. Der frühere Verteidigungsminister übernimmt damit nach eigenen Worten die Verantwortung für die Informationspolitik seines damaligen Ministeriums nach dem umstrittenen Luftangriff in Afghanistan am 4. September. Seine Erklärung hatte folgenden Wortlaut.
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„Nach reiflicher Überlegung und Handeln nach dem Grundsatz, dass man wichtige Entscheidungen erst eine Nacht überschläft, habe ich heute morgen die Bundeskanzlerin davon unterrichtet, dass ich mein Amt des Bundesministers für Arbeit und Soziales zur Verfügung stelle. Ich übernehme damit die politische Verantwortung für die interne Informationspolitik des Bundesverteidigungsministeriums gegenüber den Ministern bezüglich der Ereignisse vom 4. September in Kundus.

Ich habe meiner Erklärung von gestern im Deutschen Bundestag nichts hinzuzufügen. Ich habe sowohl die Öffentlichkeit als auch das Parlament über meinen Kenntnisstand korrekt unterrichtet. Ich stehe auch selbstverständlich für die weitere Aufklärung zur Verfügung.

Durch meinen Schritt möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass die Bundesregierung ihre erfolgreiche Arbeit uneingeschränkt fortsetzen kann und Schaden von der Bundeswehr abgewendet wird. Wie Sie wissen, war und ist es mir ein Herzensanliegen, die Soldatinnen und Soldaten in ihrem schweren Einsatz für Frieden und Freiheit unseres Vaterlandes zu unterstützen und sie vor unberechtigten Angriffen in Schutz zu nehmen.

Haben Sie recht herzlichen Dank."

Kommentare zu " Dokumentation: Wie Jung seinen Rücktritt begründete"

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  • @ Horst balonier
    Wenn Franz Josef Jung dem alten Lied folgt, hat er keine Probleme: "Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein...."

  • Stillgestanden: "AbTRETEN"!!! Das iszt mir noch gut in den Ohren. ich kenne Franz Josef Jung (CDU) aus unserer gemeinsamen Zeit bereits vor 40 Jahren in der JU- Hessen. Seine Entscheidung, die Position als Arbeitsminister anzunehmen hatte mich persönlich
    erschrocken gemacht. Dies hätte er ablehnen sollen.
    Pflichtbewusst ging er dem Wunsche nach, im Kabinett
    Merkel seine Aufgabe als Arbeitsminister zu übernehmen. Dort leigen eigentlich seine wahren Kompetenzen. Als Verteideidigungsminister war er
    glücklos und stand zwischen mehreren FRONTEN. Menschlich finde ich ihn verlässlich, redlich und pflichtbewusst. Möge er nach dieser Ernüchterung
    im NEUEN JAHR 2010 eine angemessene Aufgabe finden.
    Dir lieber Franz Josef besinnliche bevorstehende
    Festtage sowie einen guten Jahreswechsel in Deiner
    Familie. Kopf hoch! Es wird schon weitergehen.

    Horst (George) balonier, Pfungstadt

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