Doris Schröder-Köpf: Die Wunderwaffe der SPD

Doris Schröder-Köpf
Die Wunderwaffe der SPD

Zu blond, zu dünn, die falschen Klamotten. Kritik, die Doris Schröder-Köpf nicht selten zu hören bekommt. Doch in ihrem Wahlkreis ist sie beliebt – und das nicht nur, weil sie die Frau des Ex-Bundeskanzlers ist.

HannoverEs ist, als hätte Doris Schröder-Köpf die beiden für die Medien bestellt: „Ich sage Ihnen: Sie werden das Rennen machen!“ Umarmungen, Küsse, Händeschütteln und noch mehr Umarmungen folgen. Von Berührungsangst von Seiten der Landtagskandidatin keine Spur. Die beugt sich über den Kinderwagen des Passanten, schäkert mit dem Kind. Und wieder – wie bestellt – strahlt das Kind sie an. Nebenbei stellt Schröder-Köpf dem Vater ein paar Fragen: „Liegt ihnen etwas auf dem Herzen? Haben Sie Fragen an mich?“ Doch zu meckern hat der Mann nichts, er ist einfach froh, Schröder-Köpf zu treffen. „Nächste Woche sprechen wir uns wieder. Und ich sag´ Ihnen, dann haben Sie gewonnen. Viel Glück!“

Heute ist die Frau des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder mit ihrem Wahlkampfteam in Hannover-Mittelfeld, in ihrem Wahlkreis 24 im Süden Hannovers unterwegs. Sie geht von Tür zu Tür, von Passant zu Passant – trotz der eisigen Kälte, trotz des Schnees – um ihre Wahlkampf-Flyer zu verteilen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, um für ihren Einzug in den Landtag zu werben.

Während andere Viertel des Wahlkreises eher gutbürgerlich oder ziemlich reich sind, leben in Mittelfeld viele Arbeiter, Migranten und Rentner. Mit ihren Hauptthemen – Integration und Demografie – ist das hier für Schröder-Köpf sozusagen ein Heimspiel. Doch wegen des Wetters sind nur wenige Menschen auf den Straßen unterwegs, wollen sich nur wenige auf ein Schwätzchen einlassen.

Sollte Stephan Weil, der SPD-Spitzenkandidat, die Landtagswahl am Sonntag gewinnen, wird Schröder-Köpf wohl Integrationsbeauftragte in seinem Team. Gerade liegt Rot-Grün laut Umfragen mit einer knappen Mehrheit vorne. Vor allem wünscht sich Schröder-Köpf aber, dass ihre zukünftige Politik als Serviceangebot wahrgenommen wird. Dass die Bürger mit ihren Anliegen ins Wahlkreisbüro kommen. Sie will, dass die Schwellen niedriger werden.

Bei Werner Weisse rennt sie da offene Türen ein. So begeistert ist der 91-jährige aus Mittelfeld von Schröder-Köpf. Und schnell kommen die zwei ins Gespräch. Woher er sie kennt? „Na, über den Gerd.“ Gemeint ist Gerd Schröder – Ex-Bundeskanzler und Mann von Doris Schröder-Köpf – ein Grund für ihre Bekanntheit, aber auch für Häme.

Zu blond, zu dünn, die falschen Klamotten – solche Kritik sei sie gewohnt, sagt die 48-jährige Mutter dreier Kinder. „Solche Dinge darf man nicht persönlich nehmen, wenn man sehr bekannt ist.“ Bekannt eben wegen ihres berühmten Manns. Diese Prominenz, die für sie bestimmt oft von Vorteil ist, die sie jedoch auch manchmal in die Schusslinie geraten lässt, obwohl es gar nicht um sie geht. Ob die Kritik an ihr auch noch an der Politik ihres Mannes liegen würde? „Teils, teils“, sagt sie.

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