Dosenpfand für HDE ein Verlustgeschäft
Handel soll Dosenpfand-Gewinne abgeben

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) haben den Handel aufgefordert, die Gewinne aus nicht eingelöstem Dosenpfand in Ausbildungsplätze oder gemeinnützige Projekte zu investieren.

Reuters BERLIN. Clement sagte am Sonntag auf einer Veranstaltung zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin, er fände es nicht schlecht, wenn der Handel zumindest einen Teil der mehreren hundert Mill. € Einkünfte aus dieser Quelle investieren würde, um weitere Ausbildungsplätze zu schaffen. Er sei weiter zuversichtlich, dass bis zum Jahresende allen Jugendlichen ein Ausbildungsplatz angeboten werden könne.

Trittin sagte der „Bild am Sonntag“ mit Blick auf die Weigerung von Teilen der Industrie, ein einheitliches bundesweites Rücknahmesystem für Dosen und Plastikflaschen einzuführen: „Ich finde es unanständig, wenn der Handel sich an dem von ihm selbst angerichteten Durcheinander noch bereichert.“ Wenn die Kunden das Pfandgeld nicht einlösten, „wäre es nur recht und billig, wenn der Handel das Geld einem gemeinnützigen Zweck zuführt“. Als Beispiel führte Trittin Bürgervereine an, die ehrenamtlich in Wäldern Müll sammeln.

Der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, wies Trittins Aufforderung zurück. „Es ist eine Aufforderung zum Rechtsbruch, weil die Pfandgelder den Kunden gehören und der Handel Rückstellungen bilden und das Geld drei Jahre bereithalten muss, damit die Kunden es einlösen können.“ Der Dosenpfand sei für den Handel ein Verlustgeschäft, da die Rücknahmekosten und Umsatzverluste die Gewinne aus nicht-eingelösten Pfandgeldern deutlich überstiegen.

Das bundesweite Rücknahmesystem soll zum 1. Oktober in Kraft treten. Derzeit gilt eine Übergangsregelung, wonach pfandpflichtige Dosen und Flaschen meist nur in den Geschäften zurückgegeben werden können, in denen sie gekauft wurden.

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