DPA-Umfrage
Länder wollen Reformationstag 2017 zum Feiertag machen

Der Thesenanschlag Luthers jährt sich in vier Jahren zum 500. Mal. Das wollen fast alle Bundesländer besonders würdigen. Am 31. Oktober 2017 könnte der Reformationstag einmalig bundesweit begangen werden.
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BerlinBislang ist der Reformationstag nur in einigen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Jetzt zeichnet sich ab, dass er am 31. Oktober 2017 einmalig bundesweit begangen werden könnte. Das 500. Jubiläum des Thesenanschlags von Martin Luther an die Wittenberger Schlosskirche wollen fast alle Bundesländer besonders würdigen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

„Ein 500-jähriges Jubiläum ist etwas Besonderes“, sagte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Rainer Haseloff (CDU), bereits im September. Ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag wäre aus seiner Sicht ein wichtiges Symbol, um die Bedeutung der Reformation nicht nur für die Geschichte des christlichen Glaubens, sondern auch beispielsweise für die deutsche Sprache hervorzuheben.

Sachsen-Anhalt gilt als ein Stammland der Reformation. Am 31. Oktober 1517 soll Luther der Überlieferung zufolge 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben, womit die Erneuerung (Reformation) eingeleitet wurde.

Auch aus anderen Bundesländern gibt es Zustimmung für einen bundesweiten Feiertag am 31. Oktober 2017: Rheinland-Pfalz würde nach Angaben von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei der Regelung mitmachen. Zustimmung signalisierten auch Schleswig-Holstein und das Saarland.

In Nordrhein-Westfalen ist ein Gesetzentwurf in Vorbereitung. Das Düsseldorfer Kabinett werde in Kürze über dieses „Einzelfallgesetz“ beraten, das nur diesen einen Tag betrifft, teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf mit.

Auch das grün-rote Kabinett in Baden-Württemberg sprach sich dafür aus. Staatsministerin Silke Krebs (Grüne) erklärte schon im März, die Reformation habe die Gesellschaft, die Politik und die Kultur nachhaltig beeinflusst. „Das Reformationsjubiläum 2017 ist deshalb ein deutschlandweit und international beachtetes und über den Raum der christlichen Kirchen hinaus bedeutsames Ereignis.“

Hamburg hat bereits im vergangenen Mai beschlossen, das 500. Jubiläum im Jahre 2017 einmalig zum Feiertag zu machen. Im selben Monat änderten auch Bremen und Niedersachsen ihr Feiertagsgesetz. Auch die Landesregierung in Hessen hat den einmaligen Feiertag bereits beschlossen.

Verhalten äußerte sich der Berliner Senatssprecher Richard Meng. Die Hauptstadt habe sich zu dem Thema noch nicht positioniert. Auch Bayern hat sich noch nicht endgültig festgelegt. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte, es handle sich um einen überlegenswerten Vorschlag. Luther sei eine prägende Gestalt und Vorbild für viele Christen in Deutschland.

Der Reformationstag, der 2017 auf einen Dienstag fällt, ist nur in den evangelisch geprägten Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte einen nationalen Feiertag angeregt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DPA-Umfrage: Länder wollen Reformationstag 2017 zum Feiertag machen"

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  • Wo sind eigentlich die evangelisch geprägten Bundesländer? Haben nicht Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen prozentual die meisten Protestanten? Im Streichen von protestantischen Feiertagen sind die Politiker immer ganz groß, die haben wohl Angst vor dem Papst. Ich bin dafür Allerheiligen, Fronleichnam, die Heiligen Drei Könige auf immer zu streichen und dafür auf Dauer den Reformationstag einzuführen. Aber wahrscheinlich bekommen wir in Schleswig-Holstein noch nicht einmal 2017 den Feiertag, da das Land vor 500 Jahren zu Dänemark gehört hat.

  • Also unterm Strich:
    Halloween wird endlich auch in Deutschland gesetzlicher Feiertag....
    Aber wer bezahlt den Arbeitgebern die Kosten die ihnen dadurch entstehen?
    Wie siehts mit einer Entschädigung aus?
    Wird ein anderer gesetzlicher Feiertag gestrichen (zB Ostermontag oder Pfingstmontag, die ja auch nur bedingt religiös sind und in vielen anderen Ländern deshalb im Austausch gegen einen neuen Feiertag schon gestrichen wurden) Oder müssen Mitarbeiter auf einen Ferientag verzichten?
    Wenn die Politik Kosten verursacht, dann muss sie entschädigen (Von dem dadurch für alle entstandene Schaden durch Steuerausfälle will ich garnicht erst sprechen....)

  • Wann genau hat ein deutscher Politiker dies gefordert?

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