Dramatische Finanzlage
Wuppertal gibt Schauspielhaus auf

Die chronisch klamme Stadt Wuppertal schließt ihr Schauspielhaus im Jahr 2012. Sie sieht keine Alternative, der Etat der Stadt wird unter einem Haushaltssicherungskonzept verwaltet.
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HB WUPPERTAL. Die überschuldete Stadt Wuppertal plant die Schließung ihres Theaters. Dies sieht das von Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) vorgelegte Haushaltssicherungskonzept vor, teilte eine Stadtsprecherin am Mittwoch mit. Danach sollen die Zuschüsse für die Wuppertaler Bühnen um zwei Millionen Euro gekürzt werden. Dies bedeute faktisch die „völlige Aufgabe“ des Wuppertaler Schauspielhauses ab Jahresmitte 2012.

Der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, kritisierte: „Es werden Steuersenkungen beschlossen, obwohl die Kommunen in großen Schwierigkeiten sind.“ Die Kommunen müssten auf jeden Fall so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben erfüllen könnten, darunter den Betrieb der Kultureinrichtungen. Genauso wie es einen Nothilfeplan für die Banken gegeben habe, solle jetzt auch ein Nothilfeplan für die finanziell in große Not geratenen Kommunen erstellt werden.

Der Wuppertaler Rat müsse noch den Beginn der Sparmaßnahmen beschließen, sagte die Stadtsprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das weltbekannte Tanztheater der im Juni gestorbenen Choreographin Pina Bausch ist laut Stadt von den Sparplänen nicht betroffen, da dies als eine eigene GmbH organisiert sei.

Die Stadt selbst bezeichnet ihre Finanzlage als „dramatisch“: Die Verschuldung der Kommune liege derzeit bei 1,8 Milliarden Euro.

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