„Dramatischer Befund“
CDU-Anhänger zerpflücken Merkels Energiewende

Der CDU-Wirtschaftsrat ist bekannt für seine schonungslosen Politik-Analysen. Jetzt nimmt der Verband Merkels Energiewende ins Visier. Das Ergebnis einer Mitglieder-Umfrage stellt ihr ein vernichtendes Urteil aus.
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BerlinParteien werten Umfragen gerne als Momentaufnahmen, deren Gehalt für die Zukunft wenig Aussagekraft hat. Vor allem wenn sich die Ergebnisse gegen die jeweilige programmatische Ausrichtung wenden und trendhaft Politikentscheidungen in ein schlechtes Licht rücken, weil deren Umsetzung zu wünschen übrig lässt, ist der reflexhafte Aufschrei nur eine Frage der Zeit. Ähnlich dürfte es sich verhalten, wenn sich die CDU-Granden die jüngste Mitgliederumfrage des CDU-Wirtschaftsrates zur Energiewende zu Gemüte führen. Der CDU-nahe Verband mit knapp 12.000 Mitgliedern lässt nämlich kein gutes Haar an dem Riesenprojekt der schwarz gelben Koalition.

Nur noch 26 Prozent der Befragten halten demnach die Energiepolitik der Union für stark - 67 Prozent dagegen für schwach. Die anderen Parteien schneiden zwar auch nicht viel besser ab. Schmerzen dürfte die Christdemokraten aber dennoch, dass immerhin die Grünen die Konkurrenz noch überflügelt: 37 Prozent halten deren Energiepolitik für stark, 46 Prozent für schwach (FDP: 21 Prozent / 59 Prozent; SPD: 16 Prozent/ 66 Prozent).

Entsprechend fällt die Wertung des Präsidenten des Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, aus. „Dieser Befund ist für einen von der Energie so sehr abhängigen Wirtschafts- und Industriestandort wie Deutschland dramatisch“, sagt er. Ein Jahr nach dem Start der Energiewende werde die Energiepolitik aller Parteien als „verheerende Schwachstelle“ beurteilt. „Dieser Vertrauenseinbruch ist massiv“, so Lauk.

Allerdings weiß auch Lauk, dass nicht die Opposition, sondern insbesondere Union und FDP die Umsetzung des Mega-Projekts in der Hand haben. Doch fast genau ein Jahr nach dem Atomausstieg wegen der Katastrophe im japanischen Fukushima sind viele Fragen immer noch ungelöst: Ein von der Koalition mühsam ausgehandelter Kompromiss zur Kürzung der Solarförderung scheiterte am Widerstand der Länder. Der Netzausbau kommt nur schleppend voran.

Lauk findet es daher begrüßenswert, dass Kanzlerin Angela Merkel die Koordination der Energiewende zur Chefsache gemacht hat. „Unsere Weltklasse-Industrie braucht ein Weltklasse-Projektmanagement, um unsere Energieversorgung sicherzustellen“, sagt er. Das zu schaffen, sei Maßstab für den Erfolg der Energiepolitik in Deutschland. Deutschland habe in Sachen Energie die Pionierrolle übernommen. „Das bedeutet in der Konsequenz, Verantwortung zu übernehmen“, so Lauk. Politik und Wirtschaft säßen hier in einem Boot. Daher dürfe nicht zugelassen werden, dass das tragende Fundament unseres Wirtschafts- und Industriestandortes zerstört werde.

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  • ruwy
    Enerigewende, wie soll das gehn? Wind- und Sonnenstrom sind zufällig - abhängig von der Wetterlage.
    Ich habe das Gefühl, die Srompreise steigen und die Versorgungssicherheit leidet und damit eht eine schleichenDE Deindustrialisierung einher.

  • Es ist für mich immer noch unglaublich mit wie viel Unwissenheit die Atomkraftgegner zu Felde ziehen. Hier mal eine kleine Aufklärung – hoffentlich auch für diese Klientel verständlich: In den 17 Deutschen Kernkraftwerken fallen jährlich jeweils etwa 15 – 25to abgebrannter Brennstoff als sog. hochradioaktiver Atommüll an. Vergleichsweise entspricht dies jeweils der Energiemenge von 2 - 4.4 Mio. t Kohle, bzw. 400.000 t giftiger Asche und Filterstäube als Rückstände der Verbrennung. Der hochradioaktive Atommüll lässt sich nach einer 3 jährigen Zwischenlagerung zum Abklingen der Strahlung, durch Recycling (Wiederaufbereitung) des noch im Abfall enthaltenen Brennstoffs auf 1/20 reduzieren. Die verbleibenden Reststoffe sind zu einem erheblichen Teil gleichfalls nutzbar. Die restlichen langlebigen, strahlenden Isotope ließen sich durch Mutation in nichtradioaktive Stoffe verwandeln, womit sich der sog. hochradioaktive Atommüll restlos beseitigen ließe...
    Letzteres ist teuer, aber im vergleich zu den erneuerbaren Energien, (wobei Energie nicht erneuert werden kann – hier fängt die Lüge schon an) die weder Grundlastfähig noch ausreichend sind, Deutschland auch nur halbwegs zu versorgen., ein echtes Schnäppchen.
    Aber neue Technologien auf dem Gebiet der Kernkraft können gar nicht umgesetzt werden, weil dann das Geheule der Gutmenschen wieder mit gewalttätiger Randale unvermeidbar wäre.
    Die Presse tut so, als ob es irgendwann schon einmal eine Mehrheit gegen die Kernkraft gegeben hat – die gab es nie! Es sind immer Minderheiten, die besonders laut schreien und mit Hilfe der Medienmacher den Eindruck erzeugen können, sie verträten eine Mehrheit.

  • .. ich weiß, es ist nicht so einfach, gerade mal alle AKW's abschalten. Aber wenn man nur damit hadert, dass es ohne nicht ginge, dann wird es keine bessere Form der Energiegewinnung geben. Ich lese auch hier nach wie vor nur - sicherlich nachvollziehbare - Negativgedanken. Was wollen Sie denn alle am Ende besser machen? Bisher las ich nur, dass Sie den Merkel Weg schlecht finden, was ja auch durchaus so empfunden werden kann, und dass Windräder gar nicht die Energie erzeugen, die wir brauchen. So, wie soll sich etwas anderes "entwickeln" können, wenn Sie dann indirekt auf das Fortbestehen der AKW's hinweisen? Und dieser Einwurf mit den Schrottakaw's im Ausland, die dann für teuer Geld uns die Energie verkaufen. Sind die dann "besser", wenn wir unsere ach so guten AKW's behalten? Nein, sind die nicht. Und unsere AKW's werden nicht zum Wohl des Volkes betrieben, sondern für die Befriedigung der Gier weniger ausgesuchter Personen die sich ihren Allerwertesten vergolden werden, wenn wir uns keine Krankenkassenbeiträge mehr leisten können. Denken Sie um. Wenn Deutschland ein besseres Modell für Energieerzeugung erfindet und beweist, dass es geht, dann werden vermutlich auch die Schrottakw's im Ausland abgebaut. Wenn man einen besseren Weg nicht irgendwann anfängt zu gehen, wird man nie ankommen. Ich kann mich nur wiederholen, mit dem jetzt schon anfallenden Brennstoffabfall haben wir auf ewig zu tun. Möglicherweise ergibt sich bei ausreichendem Interesse an einer besseren Energieerzeugung auch seitens des Auslandes Unterstützung bei der Suche nach einer sicheren Lagerung für den radioaktiven Müll. Denn auch daran müßten dann Alle interessiert sein.
    Ich weiß, sehr viel "Weltverbesserergedankengut" ... immer noch besser, Chancen zu sehen, als in das schwarze Loch zu schauen. Aber dazu sind Deutsche nicht so fähig, mal einen guten Weg konsequent anpacken, wenn denn die Politik mal die Tür dafür aufmacht.

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