Drastische Edathy-Äußerungen
„Eines Regierungssprechers nicht würdig“

Merkels Sprecher gerät wegen drastischer Äußerungen zum Fall Edathy unter Druck. Selbst die CSU, die Georg Streiter für dieses Amt vorgeschlagen hatte, geht auf Distanz. Ein Grünen-Politiker legt ihm den Rücktritt nahe.
  • 2

BerlinDas „Spiegel“-Interview mit dem SPD-Politiker Sebastian Edathy sorgt weiter für heftige Reaktionen. Ins Zentrum der Kritik rückt nun der stellvertretende Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Georg Streiter. Dessen drastische Wortwahl missfällt nicht nur Oppositionspolitikerin. Auch in der Großen Koalition kommen Streiters Bemerkungen nicht bei jedem gut an.

Auf seiner Facebook-Seite hatte Streiter das Edathy-Interview kommentiert: „Ich habe noch keinen gesehen, der sich im Museum einen runterholt“, hieß es dort. „Ich weiß nicht, was mich nun fassungsloser macht - die von Sebastian Edathy eingenommene Opferrolle oder dass ihm der Spiegel dafür eine Plattform bietet.“

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte dazu: „All das ist meine Sprache nicht.“ Pikant an Hasselfeldts Einwand ist, dass Streiter von der CSU für das Amt des Vize-Regierungssprechers vorgeschlagen worden war.

Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner vermied es, näher auf die harten Aussagen einzugehen. „Zum sprachlichen Duktus der Formulierungen des Regierungssprechers will ich mich nun wirklich nicht äußern, da hat jeder seinen eigenen Stil“, sagte Stegner Handelsblatt Online. „Die inhaltliche Kritik an dem Interview des ehemaligen Bundestagsabgeordneten ist in der Sache allerdings nach meiner Auffassung mehr als berechtigt.“

Was nicht nur Streiter, sondern auch einige andere an dem Interview mit Edathy empörte, ist der Umstand, dass der SPD-Politiker einen Vergleich zwischen den von ihm angekauften Nacktbildern von Kindern und Jugendlichen und Aktbildern in der Kunstgeschichte zieht. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hatte unter anderem gesagt, Edathy „kotze“ ihn an und gehöre „in die Klapse“. Streiter schrieb, er bestreite, „dass die von einem schmierigen deutschen Typen in Rumänien geschossenen Fotos von verarmten ahnungslosen nackten Kindern irgendetwas mit Kunst zu tun haben.“

Streiter griff jedoch auch den „Spiegel“ direkt an, was nicht nur der Journalistenverband für inakzeptabel hält. Auch Politiker der Grünen äußern scharfe Kritik. Streiter hatte mit Blick auf das Nachrichtenmagazin erklärt: „Wenn schon Herr Edathy es nicht begreift, sollte es wenigstens die Spiegel-Redaktion: das glaubt keiner, das will auch keiner lesen, und der Spiegel sollte sich hüten, unter dem Deckmäntelchen von ach so tollem Journalismus die unsägliche Pädophilie-Debatte der 70er und 80er Jahre neu aufzulegen. Das ist widerlich hoch drei!!“

Seite 1:

„Eines Regierungssprechers nicht würdig“

Seite 2:

Erfahrener Journalist, der die Zeile „Wir sind Papst!“ erfand

Kommentare zu " Drastische Edathy-Äußerungen: „Eines Regierungssprechers nicht würdig“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Laut den Kanadischen Berichten war es nicht nur "ein" Computer mit IP, aus dem BT der bei dem betreiber was runterlud.... (eventuell ist mein English ja auch zu schlecht, was ich aber nich glaube, eher vermute ich das Mister E medienwirksam dem Volke vorgeführt wird um andere dinge zu vertuschen)....

    und soweit ich weiss sind die PC dort Personalisiert....

    Bitte da das HB näher zu Recherchieren....

    Solche Leute möchte ich nicht dort sitzen haben..

    egal aus welcher Partei

  • Zitat : „Ich habe noch keinen gesehen, der sich im Museum einen runterholt“,

    - und Edathy wird wohl auch nicht der Erste gewesen sein, der sich beim Runterladen der Pornos IM BUNDESTAG einen Runtergeholt hat.....?

    .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%